Konzern konzentriert sich ganz auf Strom und Gas

RWE stellt Wassergeschäft zum Verkauf

Ewald B. Schulte
2 Min

BERLIN, 4. November. Nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung hat der Essener Energiekonzern RWE am Freitag bestätigt, dass er sich von seinen Wasseraktivitäten in Großbritannien (Thames Water) und Nordamerika (American Water) trennen will. Bis 2007 soll der Veräußerungsprozess für beide Unternehmen abgeschlossen sein. Geprüft werde sowohl der Verkauf an langfristig orientierte Finanzinvestoren als auch eine eventuelle Platzierung der Unternehmen an der Börse. Die bislang von Thames Water geführte Beteiligung an den Berliner Wasserbetrieben soll allerdings ebenso wie die Thames-Beteiligung in Zagreb nicht veräußert, sondern voll in die Vertriebsholding RWE Energy AG integriert werden.Überteuerter AusflugRWE hatte Thames Water erst vor fünf Jahren für elf Milliarden Euro inklusive Schulden erworben. Ein Jahr später ließ sich der Konzern den Erwerb von American Water weitere 8,7 Milliarden Euro kosten. Dieser von Ex-Vorstandschef Dietmar Kuhnt forcierte Ausflug ins globale Wassergeschäft galt angesichts des extrem hohen Investitionsbedarfs bei beiden Unternehmen in Branchenkreisen von Anfang an als hoffnungslos überteuert. Tatsächlich sind sowohl Thames als auch American Water heute noch weit davon entfernt, die für RWE konzernweit geltenden Renditeziele zu erfüllen. Analysten beziffern den Wert von Thames und American Water aktuell auf zusammen gut 13 Milliarden Euro.RWE zufolge würden nun zunächst die Veräußerungsmöglichkeiten für American Water geprüft. Erst wenn der Verkauf hier konkret angelaufen sei, werde auch der Verkauf von Thames eingeleitet. Beide Transaktionen müssen abschließend vom RWE-Aufsichtsrat genehmigt werden. Laut Konzernchef Harry Roels soll sich RWE künftig ganz auf das Energie-Kerngeschäft mit Strom und Gas in Europa konzentrieren. Dabei werde das Unternehmen auch eventuelle Chancen für weitere Zukäufe nutzen. (ebs.)

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