Lektüre

Korrektur einer historischen Leerstelle: Das Mare-Buch „Heldinnen der Meere“

Recht so: Mit ihrer Porträt-Sammlung holt die Autorin Kerstin Ehmer eine weitere Gruppe tapferer Frauen aus der Unsichtbarkeit. Diesmal jene, welche die Ozeane bezwangen.

4 Min
Die Faszination der Meere reicht in unser Jahrhundert: Laura Dekker, geboren 1995, umsegelte von 2010 bis 2012 allein die ganze Welt.

Die Faszination der Meere reicht in unser Jahrhundert: Laura Dekker, geboren 1995, umsegelte von 2010 bis 2012 allein die ganze Welt.

© imago

Die Entdeckung vergessener oder gar nicht erst geschriebener Frauenbiografien ist längst mehr als ein kulturpolitischer Reflex, sie ist ein Akt der Geschichtsaufarbeitung, der Wiedergutmachung. Denn wie anders läse sich wohl die Weltgeschichte, hätte es das Patriarchat nie gegeben, das lange Jahre so fleißig darin war, Frauen zur Seite zu schieben, sie zu verhöhnen, sie mundtot zu machen oder umzubringen. Dass Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Abenteurerinnen oder Seefahrerinnen aus dem kollektiven Gedächtnis verschwanden, lag selten an fehlender Leistung, sondern – ganz simpel – an den Strukturen der Überlieferung.

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