Bei schweren Ausschreitungen von Rechtsextremen nach dem tödlichen Messerangriff bei einem Taylor-Swift-Tanzworkshop im englischen Southport sind mehrere Polizisten verletzt worden. Der regionale Rettungsdienst schrieb auf X von 39 Verletzten, allesamt Polizisten. 27 wurden demnach ins Krankenhaus gebracht, zwölf vor Ort behandelt. Die Einsatzkräfte erlitten nach Angaben der Polizei unter anderem Knochenbrüche, Schnittwunden, vermutlich einen Nasenbruch und eine Gehirnerschütterung.
Die Zusammenstöße folgten auf eine Mahnwache im Zentrum von Southport. Dort hatten am Abend Hunderte Menschen der Opfer des Messerangriffs vom Montag mit einer Schweigeminute gedacht. Drei Mädchen im Alter von sechs, sieben und neun Jahren waren nach Polizeiangaben getötet worden. Kurz nach der Tat wurde ein 17-jähriger Verdächtiger festgenommen.
Die Angreifer hätten sowohl Beamte als auch die örtliche Moschee mit Ziegelsteinen beworfen und ein Geschäft geplündert, so die Polizei. Außerdem setzten sie den Angaben zufolge Autos und Mülltonnen in Brand. Nach Polizeiangaben handelt es sich bei den Randalierern vorrangig um Mitglieder einer rechtsextremen Gruppe, die nicht aus der Gegend stammen. Rund 100 Randalierer lieferten sich in der Stadt Southport Gefechte mit der Polizei und legten Feuer, dicke Rauchschwaden waren nach Angaben eines AFP-Reporters vor Ort zu sehen.
Ein Fahrzeug der Polizei brennt während Unruhen in der Nähe des Ortes, an dem am Vortag drei Mädchen bei einem Messerangriff getötet wurden.
© Richard Mccarthy/PA Wire/dpa
Southport: Gerüchte über Herkunft des Tatverdächtigen heizten Stimmung auf
Hintergrund der Unruhen sind nach Polizeiangaben Falschmeldungen und Gerüchte über die Herkunft des mutmaßlichen Täters. „Wir haben bereits mitgeteilt, dass die Person in Großbritannien geboren wurde, und Spekulationen helfen im Moment niemandem“, betonten die Ermittler. Der tatverdächtige Jugendliche lebt seit mehr als zehn Jahren in der Gegend. Er wurde als Sohn von Ruandern in der walisischen Hauptstadt Cardiff geboren.
Die britische Regierung verurteilte die Ausschreitungen der rechtsextremen Gruppe. „Diejenigen, die die Mahnwache für die Opfer mit Gewalt und Brutalität gekapert haben, haben die trauernde Gemeinschaft beleidigt“, schrieb Premierminister Keir Starmer bei X. „Sie werden die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.“
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