Politik

Sächsischer Landrat tritt wegen Drohungen zurück

Der sächsische Landrat Dirk Neubauer hat genug: Nach zahlreichen Bedrohungen „aus der rechten Ecke“ tritt er vorzeitig zurück.

Team News epd/BLZ
2 Min
Der sächsische Landrat Dirk Neubauer hat seinen Rücktritt angekündigt.

Der sächsische Landrat Dirk Neubauer hat seinen Rücktritt angekündigt.

© Hendrik Schmidt/dpa

Der sächsische Landrat Dirk Neubauer (parteilos) hat seinen vorzeitigen Rücktritt angekündigt. „Wir leben in Zeiten, wo Mandatsträger quasi zum Freiwild erklärt worden sind“, erklärte er in einem 20-minütigen Video auf seinen Social-Media-Kanälen. Das gelte insbesondere dann, wenn sie Positionen verträten, die derzeit in dem Bundesland nicht mehrheitsfähig seien.

Nach zahlreichen Anfeindungen werde er auf der Kreistagssitzung am 14. August einen Beschluss für die Neuwahl des Landrats zur Abstimmung vorlegen, kündigte er an. Die Neuwahl werde vermutlich noch in diesem Jahr stattfinden.

Sächsischer Landrat gibt auf, „weil zu viele den Mund halten“

Neubauer betonte, dass Kritik an seinen Positionen etwa zum Klimaschutz legitim sei: „Aber Gewalt, Bedrohung stehen nicht auf dem Zettel der politischen Agenda.“ Er sei seit Monaten „mit einer diffusen Bedrohungslage aus der rechten Ecke, hauptsächlich ‚Freie Sachsen‘ und Ähnliche“ konfrontiert. Er gebe auf, „weil zu viele den Mund halten“.

Der parteilose Neubauer war 2022 mit knapp 56 Prozent zum Landrat des Kreises Mittelsachsen gewählt worden. Der AfD-Gegenkandidat kam auf 24 Prozent. Zuvor war Neubauer, der zwischenzeitlich der SPD angehörte, neun Jahre lang Bürgermeister im sächsischen Augustusburg. Er setzt sich für Bürgerbeteiligung und Digitalisierung ein.

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