Neuer Kreisläufer

Füchse verpflichten Dänen Johan Koch

Der 27-Jährige gilt als präsent, kreativ und wurfstark.

Jörg Winterfeldt
3 Min
Der Wille ist da: Neu-Fuchs Johan Koch.

Der Wille ist da: Neu-Fuchs Johan Koch.

© Imago

Will die Bundesliga also nach wie vor Weltklasseleute ködern, müssen sich die Vereine etwas einfallen lassen, in der Regel Finanzierungswege für Extremgehälter. Bei den Füchsen haben sie sich diese Art Weltklasseleute abgeschminkt. Wer nicht ins Gehaltsgefüge passt, verändert höchstens seine Ansprüche, wenn er kommen will, nicht aber das Gefüge. Dass die Arbeitsweise funktioniert, zeigt der stetige Erfolg.

Man muss das wissen, wenn man den neuen Fuchs einordnet, dessen Kommen die Berliner gestern bekanntgaben. Vom Schweizer Topklub Kadetten Schaffhausen stößt rechtzeitig zum Trainingsauftakt am Donnerstag der dänische Kreisläufer Johan Koch, 27, zu den Berlinern.

Vorteile von der Bühne Bundesliga

Sein Vertrag läuft allerdings nur bis zum Saisonende, so lange hätte auch der auslaufende Dreijahreskontrakt in der Schweiz noch gegolten. Koch kommt also eher nicht des Geldes wegen, sondern weil er sich Vorteile von der Bühne Bundesliga verspricht, wenn es darum geht, im Sommer einen Arbeitgeber zu suchen. In Schaffhausen ist es zudem zuletzt nicht so wirklich glücklich gelaufen.

Der Trainer Peter Kukucka musste neulich mit wenig schmeichelhaften Empfehlungen für die Zukunft seinen Posten räumen: „Peter hat die ihm gebotene Chance nicht nutzen können“, schickte ihm der Verein zum Abschied mit. Vorübergehend betreut eine deutsche Berühmtheit die Truppe: Arno Ehret, Weltmeister als Spieler mit Deutschland und einst schon Schweizer Nationaltrainer.

Die Füchse benötigen auf Kochs Position nur kurzfristig Hilfe, da Ignacio Jimenez Plaza wegen seines Kreuzbandrisses für den Rest der Saison ausfällt und Erik Schmidt derzeit als einziger Profi-Kreisläufer im Kader steht. Der erhielt nur gelegentlich mal Unterstützung von Rolando Urios aus der eigenen Jugend. „Mit der Verpflichtung von Koch haben wir am Kreis wieder mehr Alternativen“, ließ sich Trainer Velimir Petkovic zitieren, „mit seiner internationalen Erfahrung wird er uns weiterhelfen können.“

In jeder Formation gut einsetzbar

Vorerst. Für die kommende Saison nämlich haben die Füchse bereits Vorsorge getroffen: Sie haben sich die Dienste von Mijaljo Marsenic aus Skopje gesichert.

Der Däne Koch, der wie der frühere Füchse-Kreisläufer Torsten Laen aus Svendborg stammt, soll auch deswegen schnell integrierbar sein, weil er bereits Erfahrungen in der Bundesliga gesammelt hat: 2013 kam er aus Dänemark nach Emsdetten, stieg mit der Mannschaft allerdings ab.

Bei 1,90 Meter Körpergröße und 110 Kilogramm Gewicht bringt er ein ordentliches Pfund ein. Er gilt als präsent, kreativ und wurfstark. Als er 2015 nach Schaffhausen ging, lobte ihn der dortige Trainer Markus Baur: Koch sei „sehr variabel − egal ob 6:0-, 5:1- oder 3:2:1-Verteidigung, er ist in jeder Formation gut einsetzbar“.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de