Nach Medienberichten über mögliche Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland im Vatikan hat der Kreml dementiert, dass es dazu eine Einigung gebe. „Es gibt dazu keine Vereinbarungen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau. Peskow wies laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax Andeutungen des finnischen Präsidenten Alexander Stubb zurück, bereits in der kommenden Woche könnten im Vatikan Gespräche auf „technischer“ Ebene stattfinden.
Das Wall Street Journal hatte derweil berichtet, die nächsten Gespräche zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine könnten ab Mitte Juni im Vatikan stattfinden. Demnach soll auch eine US-Delegation unter Leitung von Außenminister Marco Rubio sowie Donald Trumps Sondergesandten für die Ukraine, Keith Kellogg, an den Gesprächen teilnehmen. Papst Leo XIV. hatte zuvor erklärt, der Vatikan sei bereit, als Gastgeber für Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kiew zu fungieren.
Delegationen aus Russland und der Ukraine hatten in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren direkte Gespräche geführt. Diese endeten in Istanbul aber ohne Annäherung in der Frage einer Waffenruhe.
Auch Ukraine noch nicht für weitere Gespräche bereit
Auch die Ukraine will ihrerseits vorerst nicht über die Details einer zweiten Verhandlungsrunde mit Russland sprechen – zumindest nicht, bevor ein während der Istanbuler Verhandlungen vereinbarter Gefangenenaustausch erfolgt ist. „Unsere Position ist klar: Der erste Schritt ist eine Vereinbarung über den Gefangenenaustausch im Format 1000 gegen 1000“, erklärte der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Andrij Jermak, am Donnerstag. „Danach folgt die Festlegung des Ortes für das nächste Treffen mit Vertretern der Russischen Föderation.“
Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Vorschlag Kiews und seiner westlichen Verbündeten für eine 30-tägige Waffenruhe bereits mehrfach abgelehnt. Stattdessen stellte er die Arbeit an einem „Memorandum“ in Aussicht, das die russischen Positionen beschreiben werde. Russland hatte seine militärische Offensive gegen die Ukraine im Februar 2022 gestartet und hält derzeit rund ein Fünftel des Nachbarlandes besetzt. (mit AFP)
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