Geopolitik

Kreml kontert Trump: Russland kein Papiertiger – Offensive in Ukraine wird fortgesetzt

Nach seinen jüngsten Äußerungen zur Ukraine hat US-Präsident Donald Trump Russland als „Papiertiger“ verspottet. Der Kreml reagierte empört und verwies auf seine militärische Stärke.

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Kremlsprecher Dmitri Peskow

Kremlsprecher Dmitri Peskow

© Zuma Press/imago

Der Kreml hat mit deutlicher Kritik auf Donald Trumps jüngste Aussagen über Russland reagiert. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte in einem Interview mit RBC, Russland sei kein „Papiertiger“, sondern eher ein Bär – und: „Papierbären“ gebe es nicht. Damit widersprach er Trumps Einschätzung am Rande der UN-Generalversammlung, Russland weise Anzeichen wirtschaftlicher Schwäche auf.

Peskow wies die Behauptung zurück, Russland stehe wirtschaftlich am Abgrund: Zwar gebe es Spannungen in einzelnen Sektoren, die makroökonomische Stabilität sei jedoch gewahrt. Zugleich bezeichnete er die von Trump initiierte Annäherung zwischen den USA und Russland als weitgehend ergebnislos. Seit Monaten gebe es kaum Fortschritte.

Zudem betonte der Kreml, dass es keine „Alternative“ zu der Militäroffensive in der Ukraine gebe, die Russland 2022 eingeleitet habe. Man führe sie fort, um nationale Interessen zu sichern und die von Wladimir Putin gesetzten Ziele zu erreichen.

Trumps Kurswechsel: Harte Töne gegen Putin, neue Perspektive für Ukraine

Die Reaktion Russlands fällt in einen größeren Rahmen des strategischen Richtungswechsels, den Donald Trump bei der UN-Versammlung signalisiert hat. In einem Post auf Truth Social schrieb er zudem, mit Unterstützung der EU könne die Ukraine „alle Gebiete in ihrer ursprünglichen Form zurückerobern und vielleicht sogar noch weiter gehen“. Russland bezeichnete er als „Papiertiger“ mit wirtschaftlichen Problemen.

Auch beim Thema russische Luftraumverletzungen zeigte sich Trump kompromisslos. Auf die Frage eines Reporters, ob die Nato in einem solchen Fall russische Flugzeuge abschießen solle, sagte er: „Ja, das denke ich“. Wenig später schränkte er jedoch ein, ein direktes Eingreifen der USA hänge von den jeweiligen Umständen ab. In Kiew wurde Trumps Position mit Wohlwollen aufgenommen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem „Gamechanger“ und äußerte die Hoffnung, dass Trumps neue Linie auch Chinas Staatschef Xi Jinping zum Umdenken bewegen könnte.

Bewertung: Gegenseitige Provokation statt strategischer Dialog

Russland sieht in Trumps Wortwahl eine Provokation, will aber offenbar zugleich keinen Bruch mit diplomatischen Bemühungen riskieren: Trotz harscher Gegenrede wertete der Kreml laut Reuters Trumps Friedensabsichten als potenziell relevant.

Für Beobachter markiert diese Phase einen gefährlichen Doppelschlag: Auf der einen Seite ein aggressiveres außenpolitisches Vokabular aus Washington, auf der anderen Seite eine entschiedene Abwehrhaltung aus Moskau. Der Konflikt droht so nicht nur auf der militärischen Ebene weiter zu eskalieren, sondern auch im rhetorischen Bereich zu neuen Spannungen zu führen.

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