Ölexport

Iran-Krieg: VEA verschiffen heimlich Rohöl durch die Straße von Hormus

Mit abgeschalteten Transpondern schleust Adnoc Rohöl durch die Straße von Hormus. Die Käufer zahlen hohe Aufschläge.

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Öltanker liegen in der Straße von Hormus

Öltanker liegen in der Straße von Hormus

© Amirhosein Khorgooi/dpa

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben laut einem Reuters-Bericht in den vergangenen Wochen mehrere mit Rohöl beladene Tanker mit abgeschalteten Ortungssystemen durch die Straße von Hormus manövriert, um trotz des Konflikts im Nahen Osten weiter exportieren zu können. Das berichten Branchenkreise und Schiffsdaten der Anbieter Kpler und SynMax.

Hintergrund ist der seit dem 28. Februar laufende Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Teheran hat die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung läuft, faktisch für Exporte aller Anrainer außer den eigenen gesperrt. Eine US-Blockade hat zugleich die iranischen Lieferungen gestoppt. Die Ölpreise stiegen daraufhin auf über 100 US-Dollar pro Barrel.

Die staatliche Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) verschiffte nach Reuters-Recherchen im April mindestens vier Millionen Barrel der Sorte „Upper Zakum“ und zwei Millionen Barrel der Sorte „Das“ auf vier Tankern aus Terminals innerhalb des Golfs. Die Ladungen wurden demnach teils per Ship-to-Ship-Transfer außerhalb der Meerenge auf andere Schiffe umgeladen, teils in omanischen Lagern entladen oder direkt zu Raffinerien in Südkorea und Südostasien gebracht. Eine Ladung Upper Zakum erzielte laut einer mit dem Vorgang vertrauten Quelle einen Aufschlag von 20 US-Dollar pro Barrel auf den offiziellen Verkaufspreis – ein Höchstwert.

Adnoc wollte die Vorgänge auf Anfrage von Reuters nicht kommentieren. Die exportierten Mengen liegen laut Reuters weit unter dem Vorjahresniveau: Statt 3,1 Millionen Barrel pro Tag musste das Unternehmen die Ausfuhren seit Kriegsbeginn um mehr als eine Million Barrel täglich senken.

Schiffe fahren mit abgeschalteten Transpondern

Die Fahrten sind riskant. Am Montag warfen die Emirate dem Iran vor, den leeren Adnoc-Tanker „Barakah“ beim Passieren der Meerenge mit Drohnen angegriffen zu haben. Um das Entdeckungsrisiko zu senken, schalten die Schiffe ihre AIS-Transponder ab – eine Methode, die sonst der Iran selbst zur Umgehung von US-Sanktionen nutzt, wie Reuters weiter berichtet. Dadurch dürften die tatsächlichen Exportmengen höher liegen als die dokumentierten.

Kpler-Daten zufolge lud etwa der Großtanker „Hafeet“ am 7. April zwei Millionen Barrel Upper Zakum, verließ die Meerenge am 15. April und übergab die Ladung am 17. und 18. April an die griechische „Olympic Luck“, die das Öl zur Pengerang-Raffinerie in Malaysia brachte – einem Gemeinschaftsunternehmen von Petronas und Saudi Aramco. Olympic Shipping & Management und Petronas reagierten nicht auf Anfragen von Reuters.

Die Tanker „Aliakmon I“, „Odessa“ und „Zouzou N.“ werden vom griechischen Unternehmen Dynacom Tankers Management betrieben, das ebenfalls keine Stellungnahme abgab. Die anderen Golf-Produzenten Irak, Kuwait und Katar haben Verkäufe entweder ausgesetzt oder Preise drastisch gesenkt; Saudi-Arabien liefert nur über das Rote Meer. Adnoc sollKunden Ende April informiert haben, dass ab Mai weitere Ladungen per Ship-to-Ship-Transfer in Fujairah und im omanischen Sohar verfügbar sein sollen.


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