Ein Kommunalpolitiker der AfD soll in der Stadt Schleswig (Schleswig-Holstein) vor seinem Haus mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden sein. Der Kreistagsabgeordnete Bent Lund wurde laut der schleswig-holsteinischen AfD Opfer eines „gezielten Mordversuchs“, wobei er „„lebensgefährliche Verletzungen“ erlitten habe. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Auslegung der Tat nicht. Die Ermittlungen würden ausdrücklich wegen gefährlicher Körperverletzung und nicht wegen eines versuchten Tötungsdeliktes geführt, so ein Sprecher. Außerdem habe keine Lebensgefahr bestanden.
Wie Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt der Bild-Zeitung erklärte, wurde der Politiker „am Abend des 18. Mai 2023 in Schleswig im Rahmen einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem Messer verletzt“. Mittlerweile wurde ein 31-jähriger Iraker von der Polizei festgenommen. Ein Richter erließ Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr.
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Gab es eine Vorgeschichte? Lund wurde wohl von Personengruppe aufgelauert
Wie sich nun herausstellte, gab es offenbar eine Vorgeschichte. Jan Brendel, Regionalvorsitzender der AfD Schleswig-Flensburg, teilte mit: „Bereits in den Wochen vor der Tat sind Personen aus dem Umfeld des Opfers und dessen Besucher mehrfach von Mitgliedern aus dem Clan als ‚Nazis‘ verbal attackiert worden.“ Mit „Clan“ meint Brendel offenbar eine Gruppe von Leuten, die Lund am Tag vor der Messerattacke vor seinem Haus aufgelauert haben sollen. Angeblich wegen eines Nachbarschaftsstreits und nicht aus einer politischen Motivation heraus, berichtet der NDR.
Brendels Angaben zufolge hätten zehn Männer und zwei Frauen die Zufahrt zur Wohnung versperrt. Daraufhin sei es vor dem Haus „zu einem Handgemenge mit Verletzungen auf beiden Seiten“ gekommen.
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SUV-Fahrer wollte Bent Lund angeblich von der Straße abdrängen
Am nächsten Abend sei Lund laut AfD auf seinem Motorrad unterwegs gewesen, als zwei Menschen in einem Mercedes-SUV versucht hätten, ihn von der Straße abzudrängen. Als das nicht gelang, seien sie dem Politiker bis zu dessen Haustür gefolgt. Dann sollen die Angreifer ihrem Opfer Pfefferspray ins Gesicht gesprüht und mehrfach auf ihn eingestochen haben. Den AfD-Angaben zufolge soll die Messerklinge acht Zentimeter tief eingedrungen sein. Sie habe nur knapp das Herz verfehlt.
Lund habe trotz der schweren Verletzung die Klinik auf eigenen Wunsch verlassen, weil er dachte, sein Sohn sei in Gefahr, da sich dieser allein in der Wohnung aufgehalten habe. Der 16-Jährige sei traumatisiert und befinde sich mittlerweile in psychologischer Behandlung, hieß es weiter. Offiziell bestätigt ist dies nicht.
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