Kriminalstatistik 2016

Gewaltkriminalität in Brandenburg stark gestiegen

Insgesamt gibt es weniger Straftaten. Diese sind dafür aber umso schwerwiegender.

BLZ
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Gewalt (Symbolbild).

Gewalt (Symbolbild).

© picture alliance / dpa

Diese weist knapp 186.000 registrierte Straftaten aus. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von weiteren 1,3 Prozent. Im Jahr 2015 war die Zahl der erfassten Straftaten gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent auf 188 264 gesunken. Die Aufklärungsquote blieb mit 53 Prozent allerdings nahezu gleich (plus 0,5 Prozent). Allerdings konnten mit 67.127 Tatverdächtigen rund 650 mehr ermittelt werden als im Jahr zuvor.

Erfreulich für die Bürger ist ein Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen, deren Zahl um 5,8 Prozent auf 4180 sank. Dagegen wurden nach zwei Jahren mit rückläufigen Zahlen wieder mehr Autos gestohlen. Die Polizei registrierte 2861 Fälle - gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 11,2 Prozent.
Nach Angaben von Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke ist der Anstieg der Gewaltdelikte im wesentlichen auf gewalttätige Auseinandersetzungen unter Asylbewerbern in Flüchtlingsunterkünften zurückzuführen. „Außerhalb der Heime wurden kaum derartige Fälle registriert“, sagte Mörke. Dies gelte auch für Sexualdelikte.

Mehr als 1000 Fälle von Gewalt gegen Polizisten

„Die Lage in den Heimen hat sich aber durch die rückläufige Zahl der Asylbewerber entspannt“, betonte Schröter. Zudem wurden spezielle Häuser für alleinreisende Frauen und Kinder eingerichtet, die getrennt von alleinreisenden Männern untergebracht werden. Dazu gehöre auch ein „Frauenhaus“ für Opfer von häuslicher Gewalt. Das Innenministerium kann nun auch Angehörige von verfeindeten Volksgruppen getrennt unterbringen.

Besorgniserregend sei auch die zunehmende Gewalt gegen Polizisten, sagte der Minister. Beamte im Einsatz würden beleidigt, bespuckt oder sogar körperlich angegriffen. Erstmals seien mehr als 1000 Fälle registriert worden. „Das zeigt, dass wir unsere Polizisten und andere Einsatzkräfte besser schützen müssen - durch eine Verschärfung der Strafandrohung“, forderte Schröter. „Wer sich dieser im Bundesrat eingebrachten Initiative verschließt, verschließt die Augen vor Straftaten gegen Beamte und will sie auch nicht besser schützen.“

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Andreas Schuster, forderte ein Umdenken in der Bevölkerung. „Polizisten und Helfer dürfen nicht zum Ablassventil von Gewalt und Aggressionen werden“, sagte er. „Besonders erschreckend ist dabei die Verdoppelung der Fälle der gefährlichen und schweren Körperverletzung von 23 im Jahr 2015 auf 46 im vergangenen Jahr.“

Behörden nach wie vor überlastet

Von dem geringen Rückgang der Straftaten dürfe sich niemand täuschen lassen, betonte der Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Riccardo Nemitz. „Die Belastung der Strafverfolgungsbehörden ist nach wie vor äußerst angespannt.“ Insbesondere die gestiegene Zahl der Straftaten von und gegen Asylbewerber seien wegen der Sprachbarrieren mit erheblichem Mehraufwand verbunden.

Die Generalsekretärin der brandenburgischen SPD, Klara Geywitz, betrachtet Brandenburg als ein sicheres Land. „Die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner ist geringer als im Bundesdurchschnitt“, sagte sie. Dennoch werde die Polizei von der Landesregierung nach Jahren des Personalabbaus inzwischen wieder systematisch verstärkt. „Im nächsten Jahr wird es mit 8250 Polizistinnen und Polizisten deutlich mehr Stellen geben als vor einigen Jahren noch geplant.“

Dagegen erklärte der innenpolitische Sprecher der oppositionellen CDU-Landtagsfraktion, Björn Lakenmacher, die Schutz- und Kriminalpolizei leide seit Jahren unter einem massiven Personalabbau. „Brandenburg ist und bleibt eines der Flächenländer mit der höchsten Kriminalitätsbelastung.“ Dabei sei es neben der Bandenkriminalität und der grenzüberschreitenden Diebstahlskriminalität vor allem die Terrorismusgefahr und der hohe Anstieg bei Gewalttaten, die die Polizei immer stärker forderten. (dpa)

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