Beamte des Landeskriminalamtes haben schwere Vorwürfe gegen die Justiz erhoben. Sie werfen Staatsanwälten und Richtern zu viel Nachsicht bei Ermittlungsverfahren gegen einen jugendlichen Serienstraftäter vor. Gegen den nun 20-jährigen Libanesen, Nidal R., sollen seit dessen zehntem Lebensjahr mehr als 80 Verfahren eingeleitet worden sein. Ihm werden meist Körperverletzungen, Raub und Drogendelikte vorgeworfen. Mehr als 60 Verfahren, so die Ermittler, seien eingestellt worden oder die Richter hätten nur eine Bewährungsstrafe verhängt. Allerdings verbüßt Nidal R. gegenwärtig eine Jugendhaftstrafe von vier Jahren wegen gemeinschaftlichen Raubes. Justizsenatorin Karin Schubert (SPD) will den Vorwürfen der Ermittler nachgehen. Sie nehme diese sehr ernst, hieß es am Dienstag in der Justizverwaltung. Die Bevölkerung habe ein Recht darauf, dass sich die Behörden mit Intensivtätern besonders beschäftigen.Schubert und Innensenator Ehrhart Körting (SPD) wollen am komenden Montag gemeinsam mit der Polizeiführung und der Staatsanwaltschaft über den Fall sprechen. Die Überprüfung der Vorwürfe sei eine gemeinsame Aufgabe, so die Senatorin. (ls.)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de