Wirtschaft

Krise trifft Auto-Entwickler mit voller Wucht: IAV streicht 1500 Stellen

Die Berliner IAV will fast ein Drittel aller Jobs in Deutschland abbauen. Betroffen ist insbesondere der Standort Stollberg in Sachsen. IG Metall will um Arbeitsplätze kämpfen.

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Die IAV plant einen umfassenden Abbau von Arbeitsplätzen bei seiner deutschen Belegschaft.

Die IAV plant einen umfassenden Abbau von Arbeitsplätzen bei seiner deutschen Belegschaft.

© ERZ-Foto/Georg Ulrich Dostmann via www.imago-images.de

Der Berliner Entwicklungsdienstleister im Automobilbereich IAV plant den Abbau von rund 1500 Arbeitsplätzen in Deutschland. Die Belegschaft soll hierzulande von 5500 auf etwa 4000 Beschäftigte schrumpfen. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 6600 Mitarbeiter an 25 Standorten und erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von über 910 Millionen Euro.

Besonders groß ist die Verunsicherung am Standort Stollberg im Erzgebirge, wo rund 800 Menschen arbeiten. Dort fürchtet jeder dritte Beschäftigte um seinen Arbeitsplatz, teilte die IG Metall mit. Gestern fand vor dem Betriebsgelände eine Protestaktion statt.

„Wir brauchen eine klare Zusage zur nachhaltigen Beschäftigungssicherung und ein Konzept, das den Standort stärkt", erklärte Gewerkschafter Eddie Kruppa. Die Verhandlungen zu einer langfristigen Beschäftigungssicherung seien bisher ergebnislos geblieben.

Ziel von IAV: Aufstieg zum globalen Technologiepartner

Jörg Astalosch begründet im Gespräch mit t-online den Stellenabbau mit der wirtschaftlichen Schwäche in Europa, dem Strukturwandel in der Automobilindustrie und einer international nicht wettbewerbsfähigen Kostenstruktur.

„Das ist ein enormer und schwerer Schritt“, sagte er. Das Automotive-Geschäft sei weiterhin mit Abstand der größte Bereich. Aber nur fünf bis sechs Top-Kunden machten einen Großteil des Umsatzes aus. Doch weil die großen deutschen Hersteller selbst unter Druck stünden, treffe es IAV besonders hart.

Das Unternehmen, an dem Volkswagen 50 Prozent hält, will sich deshalb technologisch und geografisch breiter aufstellen. Ziel sei es, sich „von einem national geprägten Entwicklungsdienstleister zum globalen Technologiepartner“ zu entwickeln. (mit dpa)

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