Die Berliner CDU will an diesem Freitag über den weiteren Wahlkampf beraten. Zuletzt war der Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) wegen falscher Angaben zu seinem Krisenmanagement während des großen Stromausfalls im Berliner Südwesten zusehends unter Druck geraten.
An dem Treffen der CDU-Kreisvorsitzenden nimmt auch der Regierende Bürgermeister und Spitzenkandidat Kai Wegner teil. Der Chef der Berliner Jungen Union, Harald Burkart, hatte den Regierenden Bürgermeister zum Rücktritt aufgefordert.
Kai Wegner zum Rücktritt aufgefordert: Kommt JU-Chef Burkart zu spät?
Krach zu Wegner: „Für das Amt vollständig disqualifiziert“
Koalitionspartner SPD übt scharfe Kritik an Wegner
Wegner war in den vergangenen Monaten wegen Falschaussagen zu seinem Krisenmanagement in die Kritik geraten. Wenige Tage nach dem Blackout wurde bekannt, dass der Regierende Bürgermeister am Tag des Stromausfalls Tennis spielen war. Zuvor hatte Wegner angegeben, den ganzen Tag gearbeitet zu haben.
Vier Tage nach dem Stromausfall schilderte Wegner den Ablauf erstmals ausführlich im Interview bei Welt TV. Dort sagt er, er habe „um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen“. Er spricht von Kontakten mit Krisenstäben, Stromnetz Berlin sowie Vertretern der Bundesebene. Doch diese Angaben stimmen nicht. Am Mittwoch wurde bekannt, dass Wegner am Vormittag des Blackout-Tages keine dienstlichen Telefonate geführt habe. Dies berichtete der Tagesspiegel auf Basis einer gerichtlich erzwungenen Auskunft. Die Berliner Zeitung hat das bereits vor rund drei Monaten aus der parlamentarischen Aktenlage herausgearbeitet.
Nach Angaben der Senatskanzlei erfolgte der Austausch zunächst ausschließlich per Textnachrichten. Das erste dienstliche Telefonat fand demnach erst um 12.45 Uhr mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey statt – nicht um 8.08, wie Wegner angab.
Zuletzt war er auch vom Koalitionspartner SPD scharf angegangen worden. Gegenüber dieser Redaktion sagte der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach: „Es ist völlig klar, dass jemand, der die Berlinerinnen und Berliner über sein Krisenmanagement am Tag des Stromausfalls nachweislich getäuscht und mehrfach gelogen hat, für das Amt des Regierenden Bürgermeisters nicht geeignet ist. Kai Wegner hat sich für diese Aufgabe vollständig disqualifiziert.“
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