Was für ein Job! In kratzigen Strümpfen, mit Haube, bodenlangem Rock in einem Krämerladen stehen und eine klingelnde Kasse bedienen, deren digitales Innenleben für die Kundschaft unsichtbar ist. Marlene Rübel, 29 Jahre alt, spielt einen Sommer lang Touristen das 19. Jahrhundert vor. Für einen dürftigen Lohn verkauft sie auf einer Nordseeinsel Kekse, Sirup und Weingummi aus altertümlichen Gläsern – billige Fabrikware, diskret umgefüllt. Das meiste im Erlebnisdorf ist Schwindel. Es gehört übrigens einem Mann, der überwiegend abwesend ist, weil er auch an der Ostsee Land und Häuser besitzt.
Neue deutsche Literatur
„Leute von früher“ an einem Ort von heute: Kristin Höllers zweiter Roman
Geschichte spielen für Touristen – und das Handy darf erst nach Feierabend benutzt werden. Kristin Höller erzählt eine Liebes- und eine Sommergeschichte. Die Buchkritik.
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Kristin Höller wurde schon für ihr Romandebüt „Schöner als überall“ sehr gelobt.
© Anna Luisa Richter