Rechnungshof

20 Millionen für externe Berater ausgegeben: Heftige Kritik an der Rentenversicherung

In den vergangenen Jahren sind die Ausgaben der Rentenversicherung für externe Berater immer weiter gestiegen. Der Rechnungshof spricht von „eklatanten Mängel“.

3 Min
Die Rentenversicherund Bund gab in den letzten Jahren Millionenbeiträge für Berater aus.

Die Rentenversicherund Bund gab in den letzten Jahren Millionenbeiträge für Berater aus.

© Markus Lenhardt/dpa

Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat nach Feststellungen des Bundesrechnungshofs in den vergangenen Jahren fast 20 Millionen Euro für externe Strategieberatung ausgegeben. Trotz früherer Mahnungen seien die Kosten nicht gesunken, sondern weiter gestiegen.

Wie aus einem aktuellen Kontrollbericht des Rechungshofs hervorgeht, wurden bereits 2024 „eklatante Mängel“ beim Umgang mit Beraterverträgen festgestellt. Der Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestages forderte die Rentenversicherung daraufhin auf, die Ausgaben zu begrenzen und die festgestellten Defizite zu beheben.

Rentenversicherng zahlte 8,6 Millionen Euro für Digitalstrategie

Die nun vorgelegte Nachprüfung kommt jedoch zu dem Ergebnis: „Reduziert wurden die Kosten für externe Beratung nicht, vielmehr trat das Gegenteil ein“. Besonders im Fokus steht die Digitalstrategie der Behörde. Seit 2019 zahlte die Rentenversicherung dem Bericht zufolge 8,6 Millionen Euro an drei Beratungsunternehmen.

Weitere 2,9 Millionen Euro flossen in den Aufbau einer internen Geschäftsstelle, hinzu kamen 210.000 Euro für wissenschaftliche Begleitung. Konkrete Ziele und nachvollziehbare Bedarfsnachweise hätten dabei häufig gefehlt, so der Rechnungshof. Teilweise sei „Umfang als auch Inhalt der Beratungsleistungen zum Zeitpunkt der Bedarfsermittlung ungeklärt“ gewesen.

Die zuständige Stabsstelle wuchs den Angaben zufolge von ursprünglich drei auf inzwischen 57 Beschäftigte – ein Anstieg um 1800 Prozent. Trotz dieses Aufbaus seien die Ausgaben für externe Beratung nicht zurückgegangen.

Für die Stabsstelle Unternehmensentwicklung sind laut Bericht zwischen 2025 und 2029 weitere 4,7 Millionen Euro für externe Beratung eingeplant. Als Begründung würden häufig allgemeine Formulierungen wie „Transformation“ oder „Weiterentwicklung“ angeführt.

Rentenversicherung weist Vorwürfe zurück

Die Deutsche Rentenversicherung wies die Vorwürfe zurück. In ihrer Stellungnahme erklärte sie, Beitrags- und Steuergelder ausschließlich für gesetzliche Aufgaben einzusetzen. Angesichts von Digitalisierung, demografischem Wandel und Rentenreformen seien zusätzliche Kompetenzen erforderlich, die die rund 25.000 Beschäftigten nicht in allen Bereichen abdecken könnten. Als Erfolge nannte die Behörde digitale Angebote, Prozessverbesserungen und kürzere Bearbeitungszeiten bei Erwerbsminderungsrenten.

Der Rechnungshof bleibt skeptisch. Auch in ihrer 32-seitigen Stellungnahme habe die Rentenversicherung viele Fragen nicht konkret beantwortet, heißt es im Bericht. Vier Jahre nach den ersten Beanstandungen könne die Behörde teilweise noch immer nicht erklären, welche Ergebnisse durch die Beraterhonorare erzielt worden seien.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema