Krytowährung

Nach China will auch Südkorea Bitcoin-Handel verbieten

In den asiatischen Ländern wächst das Misstrauen gegen die Digitalwährung.

Finn Mayer-Kuckuck
3 Min
Bitcoin: Was ist die Digitalwährung wirklich wert?

Bitcoin: Was ist die Digitalwährung wirklich wert?

© dpa

Die neuen digitalen Währungen erleben derzeit in Fernost einen Rückschlag auf breiter Front. Nach China bereitet auch Südkorea den Verbot des professionellen Bitcoin-Handels an Börsen vor. „Wir haben eine Reihe ernsthafter Bedenken gegenüber virtuellen Währungen“, sagt Südkoreas Justizminister Park Sang-ki. Seine Beamten schreiben derzeit an einem entsprechenden Gesetzentwurf.

Bitcoin-Kurs fällt

Die Verabschiedung der Neuregelung durch das Parlament in Seoul wird voraussichtlich noch Monate dauern, doch die Nachricht hat am Donnerstag den Bitcoin-Kurs bereits sichtbar belastet. Denn das Vorgehen Südkoreas ist typisch für das steigende Misstrauen, das den Krypto-Währungen derzeit in Asien entgegenschlägt.

In Fernost findet derzeit 60 Prozent des Bitcoin-Handels statt. Die Auflösung der Börsen verbietet zwar nicht den Besitz und die Benutzung der neuen Währung. Doch für Normalbürger werden sie dadurch nur sehr schwer zu kaufen und verkaufen.
Auch der Gouverneur der japanischen Zentralbank, Haruhiko Kuroda, hat sich bereits kritisch geäußert. „Es handelt sich derzeit in der Praxis nicht um Wertverrechnungseinheiten, sondern um reine Spekulationsobjekte.“

Notenbank von Singapur warnt

Die japanische Regierung steht Bitcoin grundsätzlich offen gegenüber, hat nun jedoch Bedenken aus Sicht des Verbraucherschutzes. Die indonesische Zentralbank hat die Nutzung von Krypto-Währungen durch neue Regulierungen bereits stark eingeschränkt. Indien hat ein Kommission eingesetzt, um einen ähnlichen Schritt zu prüfen.

Auch die Notenbank von Singapur warnt die Öffentlichkeit in deutlichen Worten. Der Umgang mit Bitcoin und anderen neuen Währungen sei mit „großen Risiken“ verbunden. Ähnlich äußerte sich der Chef der australischen Zentralbank, Phillip Lowe. „Die derzeitige Faszination mit diesen Währungen fühlt sich mehr an wie eine Spekulationsblase.“ Bitcoin habe Potenzial als effiziente und praktische Zahlungsweise, doch dieser Aspekt stehe offenbar derzeit nicht im Vordergrund.

Bitcoin lassen sich nicht staatlich kontrollieren

Die Welle der Kritik kommt ausgerechnet in einer der technik- und wirtschaftsfreundlichsten Regionen der Welt. In Ostasien sind mobile und elektronische Zahlungsformen schon viel verbreiteter sind als in Europa. Doch auch China hat Bitcoin bereits den Stecker gezogen. Nach dem Verbot der Börsen folgte kürzlich sogar eine Regulierung der Stromnutzung für das sogenannte Mining, die rechenintensive Pflege des Systems.
Anders als Südkorea muss die chinesische Führung für solche Anordnungen nicht auf das Parlament warten. Aus chinesischer Sicht sind Bitcoin gerade wegen ihrer Haupteigenschaft unerwünscht: Sie lassen sich nicht staatlich kontrollieren. Das tut dem totalitären, kommunistischen Überwachungsstaat besonders weh.

Absturz hätte weitreichende Folgen

Die Zentralbanken in Japan und Südkorea wollen dem Fortschritt zwar nicht im Weg stehen, doch sie machen sich Sorgen um Systemrisiken. Investoren in Asien nehmen derzeit massenhaft an einem grenzüberschreitenden Spekulationsgeschäft teil, zu dem die deregulierten Märkte dort einladen: Sie leihen sich zu ultraniedrigen Zinsen Geld in Japan, um es in ihrer Heimat in Bitcoin zu stecken.

Auch das treibt den Kurs extrem hoch. Der Wert von Bitcoin hat sich im vergangenen Jahr etwa verzwanzigfacht. Sollte der Boom zusammenbrechen, sitzen die Spekulanten auf ihren Schulden. In vergangenen Blasen hatte das zwei unerwünschte Effekte: Die betroffenen Haushalte konsumieren weniger und die Banken sitzen auf uneinbringlichen Krediten. Beides belastet die Konjunktur.

An den Börsen laufen Kauf- und Verkaufsaufträge zusammen, so dass ein Marktpreis entsteht. Sie sind die Verbindungsstelle zwischen der Welt der Krypto-Währungen an der etablierten Geldwirtschaft. 

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