Wegen Stromausfällen, Treibstoffmangel und Transportproblemen streicht Kuba im laufenden Verfahren die landesweiten Aufnahmeprüfungen für die Hochschulen. Wie die Parteizeitung Granma am Mittwoch nach einem Auftritt der zuständigen Minister in der Fernsehsendung Mesa Redonda berichtete, entscheidet über die Vergabe der Studienplätze nun der Notendurchschnitt der Bewerber aus der Oberstufe.
Hochschulminister Walter Baluja García sagte laut Granma, jeder Bewerber bekomme einen Studienplatz. Welches Fach er studieren dürfe, entscheide das Vergabeverfahren. Der Sender CMHW aus der Provinz Villa Clara nannte den Zeitplan: Bis zum 5. Juni können die Bewerber ihre Studienwünsche bestätigen, bis zum 2. Juli folgen drei Vergaberunden. Das laufende Studienjahr endet Anfang Juli. Im zweiten Semester hatten die Hochschulen bereits auf Teilpräsenz und Fernunterricht umstellen müssen.
Kubas Bildungssystem ist staatlich organisiert und kostenlos. Schulen und Universitäten gehören zu den sichtbarsten sozialen Leistungen, auf die sich die Regierung seit der Revolution beruft.
Schuljahr endet früher
Auch das Schuljahr wird verkürzt. Bildungsministerin Naima Ariatne Trujillo Barreto kündigte laut Granma an, die Schulen schlössen je nach Region zwischen dem 15. und 30. Juni. Ursprünglich war der 24. Juli vorgesehen, wie die unabhängige Onlinezeitung 14ymedio berichtet. Die Sonderschulen schließen bereits im Mai. Trujillo begründete den Schritt mit dem Treibstoffmangel und den daraus folgenden Engpässen beim Transport. In einzelnen Regionen seien Unterrichtsbeginn, Betreuung in Tagesinternaten und Präsenztage eingeschränkt worden. Kinder, Eltern und Lehrkräfte hätten weite Strecken zu Fuß zurücklegen müssen.
Zeitweise konnten zwischen 10.000 und 22.000 Schüler nicht regulär am Unterricht teilnehmen, sagte Trujillo laut CMHW. Die Prüfungen würden flexibler gehandhabt, stärker zähle die laufende Bewertung durch die Lehrkräfte. Die Abschlussklassen der sechsten, neunten und zwölften Stufe hätten Vorrang. Nach Unterrichtsende blieben die Schulen geöffnet, damit besonders schutzbedürftige Kinder weiter betreut werden könnten.
Verschärfte US-Strafmaßnahmen
Nach dem Militäreinsatz in Caracas Anfang Januar verhängte US-Präsident Donald Trump gegen Kuba eine Treibstoffblockade. Aus Sicht Havannas zielt diese Politik auf einen Sturz der Regierung und die Rückkehr der Insel unter US-Vorherrschaft. Die Insel ist bei der Energieversorgung stark von importiertem Treibstoff abhängig. Wenn Lieferungen ausbleiben oder sich verzögern, führt das zu Stromabschaltungen. Die Energiekrise beeinträchtigt die Wirtschaft, den Tourismus, das Gesundheitswesen und den öffentlichen Verkehr.
Die kubanische Regierung verweist in offiziellen Verlautbarungen wiederholt auf die seit 1962 bestehende US-Wirtschafts-, -Handels- und -Finanzblockade als zentrale äußere Ursache für die Engpässe bei Ersatzteilen, Treibstoff und Baustoffen. Die Uno-Vollversammlung fordert seit 1992 in jährlichen Resolutionen mit großer Mehrheit ein Ende dieser Blockade.
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