Bericht

Wegen Burnouts: Top-Manager-Kündigungswelle erfasst Elon Musks Unternehmen

„Das Einzige, was bei Elon konstant ist, ist, wie schnell er seine Stellvertreter verschleißt“, sagte ein ehemaliger Berater Musks. Mehrere Top-Manager verließen zuletzt Tesla und xAI.

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Tech-Milliardär Elon Musk hat in der letzten Zeit mehrere Spitzenmanager verloren.

Tech-Milliardär Elon Musk hat in der letzten Zeit mehrere Spitzenmanager verloren.

© Julia Demaree Nikhinson/AP

Im vergangenen Jahr haben mehrere ranghohe Manager verschiedener Geschäftsbereiche in Elon Musks Unternehmen ihre Posten verlassen. Wie die britische Financial Times am Dienstag berichtete, klagten zahlreiche Mitarbeiter, insbesondere von Tesla und Musks KI-Start-up xAI, über zu hohe Belastung und verließen ihre Stellen wegen Burnouts oder Frustration mit Musks politischen Positionen. Für seinen Bericht sprach das Blatt eigenen Angaben zufolge mit mehr als einem Dutzend aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern.

Tesla galt bislang als vergleichsweise stabiler Teil von Musks Unternehmensverbund. Doch nach einem drastischen Stellenabbau im Frühjahr 2024 – rund 14.000 Jobs wurden gestrichen – haben zahlreiche leitende Mitarbeiter dem Unternehmen den Rücken gekehrt. Betroffen sind der Financial Times zufolge unter anderem Führungskräfte aus den Bereichen Public Policy, Antriebstechnik, Energieversorgung und Ladeinfrastruktur. Auch der für den Rollout des Cybertruck verantwortliche Manager David Zhang und CIO Nagesh Saldi haben das Unternehmen verlassen.

Ein besonders einschneidender Schritt war laut Financial Times die Einstellung des Projekts für ein kostengünstiges Elektroauto im Bereich von 25.000 US-Dollar, das intern unter dem Codenamen „NV-91“ lief. Mehrere langjährige Führungskräfte, die an diesem Programm gearbeitet hatten, wechselten anschließend zu Wettbewerbern wie Waymo (Alphabet) oder Uber.

Ex-xAI-Mitarbeiter weist auf 120-Stunden-Woche hin

Noch stärker zeigt sich die Dynamik beim KI-Unternehmen xAI, das Musk 2023 gegründet und im März 2025 enger mit seiner Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) verknüpft hatte. Innerhalb kurzer Zeit verließen sowohl der Finanzchef Mike Liberatore als auch Chefjurist Robert Keele das Unternehmen. Liberatore wechselte nach nur drei Monaten zum Konkurrenten OpenAI. Zu seinem Abgang schrieb er auf LinkedIn: „102 Tage – 7 Tage pro Woche im Büro; über 120 Stunden pro Woche; ich liebe es, hart zu arbeiten“. Auch Keele, Vater von zwei Kleinkindern, wies öffentlich auf Überlastung und fehlende Familienzeit hin.

Musk wirft dem Konkurrenten OpenAI derweil vor, gezielt Ingenieure abzuwerben und Geschäftsgeheimnisse zu stehlen. OpenAI weist die Vorwürfe zurück und spricht von „fortgesetzter Schikane“ durch Musk.

Ehemalige Mitarbeiter berichten unterdessen, dass Musks Führungsstil – geprägt von extremen Arbeitszeiten, häufigen Strategiewechseln und politischer Positionierung – zu einer steigenden Zahl an Kündigungen geführt habe. „Das Einzige, was bei Elon konstant ist, ist, wie schnell er seine Stellvertreter verschleißt“, sagte ein ehemaliger Berater der Financial Times.

Wegen Musks politischer Position: Angestellte fürchteten Streit mit Familie

Darüber hinaus hätten Musks politische Äußerungen, darunter seine Unterstützung für Donald Trump sowie Kontakte zu rechten Aktivisten in den USA und Europa, das Betriebsklima belastet. Manche Angestellte berichteten, dass sie familiäre Konflikte über Musks öffentliche Positionen fürchteten.

Tesla und xAI lehnten gegenüber der Financial Times eine Stellungnahme ab. Tesla-Aufsichtsratschefin Robyn Denholm betonte jedoch, dass das Unternehmen trotz prominenter Abgänge weiterhin ein „Magnet für Talente“ sei und neue Fachkräfte erfolgreich entwickle.

Der hohe Personalwechsel fällt in eine Phase sinkender Verkaufszahlen bei Tesla und wachsender Konkurrenz im Bereich Künstliche Intelligenz. Branchenbeobachter sehen die jüngsten Entwicklungen als Belastungsprobe für Musk, der gleichzeitig fünf große Unternehmen mit zusammen mehr als 140.000 Beschäftigten führt. Weder Musk noch Tesla oder OpenAI reagierten gegenüber der Financial Times auf die Vorwürfe.


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