Die KMK hatte die außerplanmäßige Beratung wegen des drohenden massiven Anstiegs der Ansteckungszahlen durch die Omikron-Variante anberaumt. Zuletzt war vor diesem Hintergrund die Frage aufgekommen, ob durchgehender Unterricht in den Schulen weiterhin möglich bleiben wird. Das Präsenzlernen habe höchste Priorität, sagte Prien, die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein. Sie verwies auch auf die geltende Rechtslage, wonach flächendeckende Schulschließungen momentan gar nicht mehr möglich sind.
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Ampel-Parteien hatten Schullockdown ausgeschlossen
Die Ampel-Parteien hatten durch Änderungen am Infektionsschutzgesetz ausgeschlossen, dass es erneut zu einem großen Schullockdown wie vor einem Jahr kommt. Möglich wäre eine solche Maßnahme erst wieder, wenn das Infektionsschutzgesetz erneut geändert würde, wofür es zumindest momentan keine Pläne gibt, oder wenn der Bundestag die sogenannte epidemische Lage von nationaler Tragweite wieder feststellen würde, was sich bisher auch nicht abzeichnet - aber je nach Entwicklung auch nicht ausgeschlossen ist.
In ihrem Beschluss vom Mittwoch schreiben die Kultusminister, dass in den kommenden Wochen wegen Omikron „unter Umständen ein sehr dynamisches Infektionsgeschehen eintreten“ könnte. „Allerdings gibt es deutliche Hinweise, dass eine mögliche Erkrankung milder verläuft“, heißt es weiter. Der Maßstab des Handelns seien deshalb nicht allein die Infektionszahlen, sagte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) nach den Beratungen.
KMK für überarbeitete Quarantäneregeln auch an den Schulen
Die KMK spricht sich vor diesem Hintergrund für überarbeitete Quarantäneregeln auch an den Schulen aus. „Die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs ist für Kinder und Jugendliche systemrelevant und darüber hinaus eine Grundlage für die Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit anderer kritischer Infrastrukturen“, heißt es im Beschluss. Über das Quarantäne-Thema stimmen sich Bund und Länder momentan noch ab. Am Freitag werden Entscheidungen dazu erwartet.
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Auch wenn flächendeckende Schulschließungen auf Landesebene momentan nicht mehr verfügt werden können, kann es örtlich an Schulen zu Einschränkungen kommen, etwa wenn Gesundheitsämter das anordnen, wie Prien erläuterte. Bundesländer wie Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern überlassen es den Schulen inzwischen selbst, wie sie vorgehen. Auch so kann es vereinzelt zu Wechsel- oder auch wieder Distanzunterricht kommen.
Vom Deutschen Lehrerverband wird dieses Modell begrüßt. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, sagte am Mittwoch im Sender n-tv: „Ganz ehrlich, es werden nicht alle Schulen aufbleiben können. Das muss man deutlich so sagen.“ Unterricht in Präsenz sei erste Wahl, „aber auch nicht um jeden Preis“.
Im vergangenen Jahr hatten sich die großflächigen Einschränkungen an den Schulen bis ins Frühjahr gezogen. Nur schrittweise kehrten Schülerinnen und Schüler zurück, manche erst im Mai. Wegen der langen Ausfälle wird geschätzt, dass sich bei fast einem Viertel der Schülerinnen und Schüler Lernrückstände aufgebaut oder vergrößert haben.
Berlins Bildungssenatorin begrüßt Festhalten am Präsenzunterricht
Auch Berlins neue Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) begrüßte den Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK). „Der Ernst der Lage ist erkannt, es gab große Einigkeit“, sagte Busse. Das gemeinsame Ziel sei, dem Präsenzunterricht an Schulen höchste Priorität einzuräumen. „Da gab es gar keine Diskussion.“
In Berlin sei die Corona-Lage an den Schulen derzeit nicht besorgniserregend. „Ungefähr 0,3 Prozent unserer Schülerschaft sind positiv getestet worden. In ganz Berlin sind nur zehn Lerngruppen geschlossen“, sagte Busse mit Blick auf die aktuellen Daten vom Mittwoch. „Ich bin beruhigt“, so die SPD-Politikerin.
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„Die Ministerinnen und Minister regen auch das Überarbeiten der Quarantäneregelung für Schülerinnen und Schüler und das schulische Personal an“, sagte Busse - analog zu den Regeln für Einrichtungen, die zur kritischen Infrastruktur gezählt werden wie zum Beispiel Krankenhäuser.
„Schule ist auch eine wichtige Einrichtung“, sagte die Bildungssenatorin. Und das Aufrechterhalten des Schulbetriebs sei notwendig, um die Arbeitsfähigkeit kritischer Infrastruktur zu gewährleisten. Wenn Kinder nicht in die Schule gehen könnten, könnten Eltern, die bei der Polizei oder im Krankenhaus beschäftigt sind, auch nicht wie gewohnt zur Arbeit gehen. „Das ist ja verknüpft“, sagte Busse.
Schülervertreter zeigten sich mit dem KMK-Beschluss zufrieden. Im Großen und Ganzen stimme dies mit den Positionen der Bundesschülerkonferenz überein, sagte deren Generalsekretärin Katharina Swinka am Mittwoch im Nachrichtensender „Welt“. Sie verwies auf mögliche negative psychosoziale Folgen durch Schulschließungen, Lerndefizite und darauf, dass es für die Entwicklung wichtig sei, dass Schülerinnen und Schüler ihre Freunde sehen könnten.
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