Metalldiebe haben umgesattelt. Einst zogen sie nachts über Bahngelände, klauten Kupferkabel oder schnitten Gleisteile heraus. Doch Bundespolizei und Deutsche Bahn haben sich auf die Banden längst eingestellt. Die Folge: Seit etwa fünf Jahren verschwinden in Berlin zunehmend Skulpturen aus Kupfer, Bronze, Quarz- und Sandstein von öffentlichen Plätzen.
Früher verschwanden Kabel, heute Kunstwerke aus Bronze.
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Historische Plätze, Parks, Friedhöfe und Museen: Berlin verliert im Stadtbild verankerte Kunst. Ermittler gehen davon aus, dass die Diebe keine Kunstsammler, sondern habgierige Bunt- und Edelmetall-Hehler sind.
Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze verschwand aus dem Bode-Museum.
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Der größte Coup soll Mitgliedern eines arabischen Clans im März 2017 gelungen sein. Nachts stiegen Unbekannte ins Bode-Museum ein und entwendeten eine 100 Kilogramm schwere Münze mit einem reinen Goldwert von 3,7 Millionen Euro.
90 Prozent aller Diebstähle zwischen 2012 und 2017 registriert
Mit weitaus weniger Aufwand gehen europäische Banden vor. Sie schneiden, flexen und schlagen mittlerweile Kunstobjekte aus Buntmetallen aus der Verankerung.
Diese Skulptur verschwand im vergangenen Jahr aus der Taborkirche in Kreuzberg.
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Seit 1990 registriert der Senat gestohlene Kunst im öffentlichen Raum. Seitdem sind 37 Kunstobjekte gestohlen worden, elf weitere wurden beim Versuch beschädigt. Die meisten Werke wurden in Pankow (6) und in Friedrichshain-Kreuzberg (5) geklaut, die wenigsten in Reinickendorf (1) und Treptow-Köpenick (1). Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Kultur und Europa auf eine Anfrage der AfD im Abgeordnetenhaus hervor.
Diese Mumie stammt aus Ägypten. Sie ist 20 Zentimeter lang, drei Zentimeter breit und wurde in der Humboldt-Uni gezeigt.
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Auffällig: Mehr als 90 Prozent aller Diebstähle wurden zwischen 2012 und 2017 registriert. Das ist genau der Zeitraum, in dem die Bahn einen deutlichen Rückgang an Buntmetalldiebstählen verzeichnete. Vor allem 2015 und 2016 – als in der Hauptstadt die meisten Skulpturen auf öffentlichen Plätzen verschwanden – ging bei der Deutschen Bahn der Diebstahl von Buntmetall um 16 Prozent zurück.
Die Täter scheuen keine Mühen
In dieser Zeit schlugen die Banden besonders oft in Parks und auf Plätzen zu. Aber nicht nur dort, sondern auch bei Kunst als Privateigentum, also in Galerien und Wohnhäusern. Da registrierte die Polizei 2016 noch 69 Fälle, ein Jahr später sind es 31 gewesen. Beim Diebstahl von Buntmetall gilt grundsätzlich: Umso schwerer, desto besser.
Archäologisches Silberkreuz aus dem Sudan. Geklaut aus der Humboldt-Uni.
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Die Täter scheuen deshalb keine Mühen. Im Treptower Park beispielsweise lösten sie das 100 Kilogramm schwere Bronze-Werk „Heinzelmännchen“ von Bildhauer Werner Richter aus der Verankerung und schafften es mit einer aufwändigen Logistik weg.
Daher würden zunehmend Abgüsse von besonders wertvollen Werken gefertigt und in Innenräumen gelagert, so Staatssekretär Torsten Wöhlert von der Kulturverwaltung. Zukünftig werde bei Ausschreibungen darauf geachtet, dass Kunst an öffentlichen Plätzen weniger wertvolle Materialien enthalte oder besser vor Diebstahl gesichert wird.
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