Kunstfälscher

Zahlreiche Hinweise auf gefälschte Bilder

Die Kirche bietet Rücknahme von Auktionsbildern an: Erst am Mittwoch hatten die Polizeibeamten Käufer von Lou-Albert-Lasard-Bildern gebeten, sich zu melden. Seitdem haben die neun Mitarbeiter in dem zuständigen Kommissariat so viel zu tun, wie schon lange nicht mehr.

Julia Haak
2 Min
Erst am Mittwoch hatten die Polizeibeamten Käufer von Lou-Albert-Lasard-Bildern gebeten, sich zu melden.

Erst am Mittwoch hatten die Polizeibeamten Käufer von Lou-Albert-Lasard-Bildern gebeten, sich zu melden.

© dpa Lizenz

Im Kommissariat für Kunstdelikte klingelt derzeit dauernd das Telefon. Es sind Menschen dran, die Bilder der Malerin Lou Albert-Lasard besitzen. Vielleicht, so fragen sie sich, sind es aber auch Gemälde die ein pensionierter Kunstlehrer angefertigt hat. Wie berichtet, ist der bekannte Galerist und Auktionator Detlef Gosselck am Wochenende tot aufgefunden worden. Die Polizei geht davon aus, dass der 73-Jährige sich aus Scham das Leben genommen hat, nachdem er zugeben musste, mehr als hundert Werke der 1969 verstorbenen Künstlerin gefälscht und verkauft zu haben. Er soll auf diese Weise etwa 100.000 Euro eingenommen haben.

Viel zu tun

Erst am Mittwoch hatten die Polizeibeamten Käufer von Lou-Albert-Lasard-Bildern gebeten, sich zu melden. Seitdem haben die neun Mitarbeiter in dem zuständigen Kommissariat so viel zu tun, wie schon lange nicht mehr. Hinweise in einem höheren zweistelligen Bereich seien mittlerweile eingegangen, sagt Polizeisprecher Guido Busch. Aus der jüngeren Vergangenheit sei ihm kein Fall ähnlichen Ausmaßes aus Berlin bekannt.

In der evangelischen Kirche herrschte am Donnerstag Bestürzung über den Tod des Mannes vor, der seit 14 Jahren die jährliche Kunstauktion der Kirche leitet. Seit dem Jahr 2000 habe Gosselck in diesem Rahmen 18 Bilder der Malerin versteigert, die er für die Auktion gespendet hatte. In diesem Jahr ging ein Aquarell mit dem Titel „Kleine Barszene“ von 1923 für 3500 Euro weg.

„Wir wissen nicht, ob unter den 18 Bildern Fälschungen waren“, sagt Kirchensprecher Volker Jastrzembski. Allen Käufern von Lou-Albert-Lasard-Bildern habe die Kirche in einem Brief angeboten, die Werke gegen Erstattung des Kaufpreises zurück zu nehmen. Die Kirche veranstaltet diese Auktionen gespendeter Bilder seit 18 Jahren. Darunter sind oft bekannte Künstler. Der Erlös ist für soziale Zwecke bestimmt.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de