Kunst

Kunstpreis Neukölln: Catherine Evans überzeugt mit „Standing Stone“

Insgesamt wurden drei Künstlerinnen ausgezeichnet. Die Jury musste aus 170 Bewerbern auswählen.

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Gewann soeben  den Neuköllner Kunstpreis: Catherine Evans.

Gewann soeben den Neuköllner Kunstpreis: Catherine Evans.

Das Preisgeld vom Kulturamt kommt, in Abstufungen, drei Bewerberinnen zugute, nicht nur einer oder einem einzigen, wie üblicherweise. Von den acht durch eine erste Fachjury ausgewählten Kandidaten – die Juroren mussten immerhin aus über 170 Bewerbern auswählen und die einzige Bedingung dafür ist deren Wohn- oder Atelier-Adresse im Stadtbezirk Neukölln – gingen in der Nacht zu Samstag im Heimathafen Neukölln drei Frauen hervor.

Kunstpreis Neukölln: Steine wie Muttermale

Das Rennen machte die australische Konzeptkünstlerin und Zeichnerin Catherine Evans mit dem Werk „Standing Stone“. Sie überzeugte die finale Jury mit ihrem, wie es in der Begründung heißt, „spannenden Versuch einer Systemfindung“. Was in ihrer Installation wie ein objektives Diagramm wirkt, speist sich aus subjektiven – sogar ziemlich intimen – Koordinaten. Die Position der Steine an der Wand entspricht der Position der Muttermale auf ihrem eigenen Rücken. Durch die grafischen Elemente – Stäbe, Klebeband und Schatten – erinnert das Diagramm an eine Karte mit Sternbildern. Mit diesem poetischen Verfahren überführt Evans den Körper in ein dreidimensionales Zeichensystem. So greift sie zugleich ins Kosmische, Über-Individuelle aus. Die Arbeit ist Installation und Zeichnung zugleich. Es entsteht ein fragiles Gleichgewicht aus Steinen und Stangen, Schweben und Schwere, Körper und Linie – Metapher für die Existenz der Künstlerin sowie für das Leben schlechthin. Evans gehören neben der Ehre nunmehr 3000 Euro.

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Jinra Ha auf Platz zwei, Vanessa Enriquez auf Platz drei

Der zweite Preis ging an Jinran Ha für ihre humorvoll-sarkastische Arbeit „Zwei Machthabende und 98 Individuelle“. Personalisiert werden in der Installation alltägliche Gegenstände, etwa Ventilatoren und Kleiderbügel; die Künstlerin beschreibt mit Mutterwitz und Ironie soziale Typen sowie komplizierte zwischenmenschliche Beziehungen, vor allem die Gemengelage zwischen Autorität, Gehorsam und Beeinflussung. So stellt sie auch die Frage, wie sich der Einzelne in der Masse verhält und ob Rebellion möglich ist.

Und Siegerin Nummer drei wurde Vanessa Enriquez mit „Variations on Line n. 8“. Sie konnte 1000 Euro mit nach Hause nehmen. Ihre Raumzeichnungen bilden Gedankenmodelle ab. Die skulpturale Arbeit eröffnet Denkräume, die den Betrachter einladen, sich mit der Arbeit aus vielen Perspektiven zu beschäftigen.

Die Ausstellung aller acht Bewerber läuft in der Galerie im Saalbau, Karl-Marx-Str. 141, bis 29. März; Mo–So 10–20 Uhr, Eintritt frei

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