Kunstwerk für den sozial engagierten Zigarettenfabrikanten am Bahnhof Pankow eingeweiht

Ein Schriftzug erinnert an Garbaty

Uwe Aulich
2 Min

Mit einem Kunstwerk wird seit dem Wochenende der jüdische Zigarettenfabrikant Josef Garbaty geehrt. Die Wilmersdorfer Bildhauerin Susanne Ahner hat das Denkzeichen am Eingang zum U-Bahnhof Pankow schlicht gestaltet. Sie hat die sieben Buchstaben "Garbaty" aneinander gereiht und auf Säulen gestellt. Am Sonnabend wurde das 5,50 Meter hohe Denkzeichen aus Aluminium und verzinktem Stahl eingeweiht. Es ist der 63. Todestag von Josef Garbaty, der 1939 im Alter von 88 Jahren starb.Das Denkmal ist dem Schriftzug nachempfunden, der bis in die 30er-Jahre hinein auf dem Dach der Zigarettenfabrik an der Hadlichstraße zu sehen war. "Wir ehren damit einen verdienten Pankower Unternehmer, der sich schon zeitig für seine Arbeiter und die Menschen sozial engagiert hat", sagt Pankows Bürgermeister Burkhard Kleinert (PDS). Er erinnert daran, dass der Fabrikant schon 1918 für seine Mitarbeiter eine Arbeitslosenversicherung abschloss - neun Jahre, bevor die so genannte Arbeitslosenfürsorge in Deutschland schrittweise eingeführt wurde. Garbaty unterstützte auch das jüdische Waisenhaus und finanzierte eine Kultur-Stiftung, richtete für seine bis zu tausend Beschäftigten eine Kantine sowie eine Betriebsbibliothek ein. Zur Einweihung des Denkzeichens war auch Thomas Garbaty gekommen. Der Enkel des Zigarettenfabrikanten lebt in den USA und war von dem Kunstwerk sehr beeindruckt.Ehrung scheiterte mehrfachBis es zu einer Ehrung Garbatys kam, war es in Pankow allerdings ein steiniger Weg. Gescheitert war zunächst der Versuch, die Berliner Straße in Garbatystraße umzubenennen. Nach Anwohnerprotesten zog das Bezirksparlament seinen Beschluss wieder zurück. Auch der Wunsch, den S- und U-Bahnhof "Pankow-Garbatyplatz" zu nennen, scheiterte. Nur eines gelang: Die Fläche vor dem Bahnhof trägt seit September 2000 Garbatys Namen. Dort steht jetzt auch das Denkzeichen in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Zigarettenfabrik. Das Kunstwerk hat 15 000 Euro gekostet. Es wurde ausschließlich aus Privatspenden finanziert. Wie Kleinert sagt, fehlt allerdings noch eine Gedenkplatte, die die Verdienste Garbatys erläutern und noch in diesem Sommer in den Boden eingelassen werden soll. (ua.)Foto: BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER Sieben Buchstaben für einen jüdischen Fabrikanten: Am Sonnabend wurde das Denkzeichen für Josef Garbaty in Pankow eingeweiht.

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