Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheit (LAF) in Berlin sucht aktuell nach selbstständigen Hebammen. Sie sollen Sprechstundentermine für geflüchtete Schwangere zur Vorsorge und Nachsorge anbieten, wie eine Sprecherin des Amts in einem Video auf X mitteilte. Demnach werden Selbstständige in den Bezirken Mitte, Reinickendorf, Treptow-Köpenick, Pankow, Lichtenberg und Spandau gesucht.
Das Hebammen-Programm sei 2018 vom LAF eingeführt worden, weil das Gesundheitssystem überlastet sei und deshalb Patienten von Frauenärzten und Hebammen teilweise abgelehnt werden müssten, hieß es. In den Flüchtlingsunterkünften gebe es außerdem im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich viele Schwangere. Das Programm solle den geflüchteten Frauen die nötige Beratung bieten und zugleich das Gesundheitssystem entlasten.
Die 16 vom Senat beschlossenen Container-Unterkünfte in Berlin stießen auch wegen der Sorge vor einer überlasteten Sozialinfrastruktur auf Widerstand. „Ohne Schulen, Kitas, Hebammen, Ärzte und soziale, integrative Angebote kann das Zusammenleben nicht gelingen. Das fördert nur die radikalen Kräfte und schadet dem sozialen Zusammenhalt“, sagte Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU), in dessen Bezirk vier neue Container-Anlagen entstehen sollen. Der Bezirksbürgermeister von Reinickendorf, in dessen Bezirk und 13.000 Geflüchtete beherbergt werden, sieht die soziale Infrastruktur ebenfalls überlastet.
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