POTSDAM. Das Landesumweltamt erhält verstärkt Hinweise, dass Wölfe auch wieder im Land Brandenburg heimisch geworden sind. "Wir haben laufend Meldungen über Wölfe", sagte Matthias Freude, Chef des Landesumweltamtes, am Freitag auf Anfrage. "Vor zwei Wochen erst sind zwei Wölfe an einem Waldweg bei Eberswalde gesehen worden." Dies hätten zwei Studenten sehr glaubhaft versichert. Und eine Woche zuvor hätten ebenfalls glaubwürdige Zeugen auf den Landschaftswiesen bei Belzig (Potsdam-Mittelmark) einen sehr großen Wolf gesehen, so Freude. Besonders häufig würden Wölfe aber in den Braunkohle-Tagebaurestlöchern der Lausitz gesichtet. "Dort habe ich selbst schon mehrmals eindeutige Wolfsspuren festgestellt", sagte Freude. Hinweise gebe es aber schon seit Jahren. Schließlich ist Brandenburg schon lange ganz offiziell Wölfen auf der Spur.Bisher sind in Deutschland lediglich zwei Wolfsrudel verbürgt - in Bad Muskau und in Neustadt in der sächsischen Lausitz im Umfeld eines Truppenübungsplatzes. Allerdings seien seit dem Jahr 2000 mindestens 13 Jungtiere aus dem Muskauer Rudel abgewandert. Dies jedenfalls will Gesa Kluth vom dortigen Wildbiologischen Institut "Lupus" festgestellt haben.Das Landesumweltamt betont, dass Brandenburg fast ideale Bedingungen für Wölfe biete: Wildreichtum und viel Landschaft, die nicht durch Straßen zerschnitten ist. "Schließlich ist der Wolf ein sehr scheues Wesen", so Freude.Nach einem Zeitungsbericht soll sich jetzt auch unmittelbar östlich der Oder bei Eisenhüttenstadt ein Wolfspaar angesiedelt haben. Der Oberförster im polnischen Krosno hat sogar vermutet, dass die Tiere aus Deutschland über die Oder herübergeschwommen seien. Tatsächlich aber leben in Westpolen bereits etliche Wölfe.Matthias Freude betonte, dass Wölfe dem Menschen nicht gefährlich werden können. "Seit dem 30-jährigen Krieg vor fast 400 Jahren hat hier zu Lande kein Wolf mehr einen Menschen getötet", sagte Freude. "Rotkäppchen ist für einen Wolf gefährlicher als umgekehrt."
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de