Nach Ostern sollte es los gehen: Die East Side Gallery an der Mühlenstraße in Friedrichshain sollte gegenüber der geplanten Arena der Anschutz Entertainment Group (AEG) am Ostbahnhof auf 45 Metern aufgebrochen werden. Ziel: ein freier Blick vom Spreeufer mit künftigem Bootsanleger zur Mehrzweckhalle für bis zu 17 000 Besucher. Gestern untersagte das Landgericht der AEG und dem Land Berlin per Einstweiliger Verfügung, aus der längsten erhaltenen Hinterlandmauer in Berlin, die seit 1990 ein von Künstlern bemaltes Denkmal ist, ein Stück zu entfernen. Dieser Stopp für das Mauer-Loch gilt, bis die zuständige Kammer des Gerichts eine Entscheidung fällt. Erwirkt hatten dies der Verein Künstlerinitiative East Side Gallery und der Maler Kani Alavi."Ich habe lange geglaubt, dass es einen Kompromiss geben kann, doch das war nicht möglich", sagte Alavi gestern Abend. Denn die Künstler sind gegen den Durchbruch - sie befürchten, dass er der Beginn einer Zerstückelung der Touristenattraktion ist. "Wenn schon ein Loch, dann sollen die Mauerteile so auf den Boden gelegt werden, dass der Mauerverlauf erkennbar bleibt", so Alavi. Doch geplant ist, die 45 Segmente in den künftigen Park parallel zur East Side Gallery zu stellen. Alavi: "Das ist nicht mehr authentisch, wir fühlen uns in unserem Urheberrecht beschädigt."Der Durchbruch am so genannten Flurstück 60 war von der AEG zur Bedingung für den Bau der Arena gemacht worden. Eigentümer der Mauersegmente und der Fläche dahinter ist die AEG. "Der Investor muss jetzt mit den Künstlern darüber verhandeln, wie es weitergeht", sagte Baustadtrat Franz Schulz (Grüne). Eine Verzögerung der Investition sieht er nicht: "Wichtig ist, dass 2008, wenn die Arena stehen soll, auch alles andere fertig ist."
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