Erst schlich er sich auf den Dampfer. Dann beklaute er Fahrgäste. Er wurde dabei erwischt. Aus Angst, gefasst zu werden, sprang er in die Spree. Dort musste er vor dem Ertrinken gerettet werden. Nun liegt er unterkühlt in einem Krankenhaus.
An welcher Station er an Bord der MS Mark Brandenburg der Stern-und Kreisschifffahrt gegangen ist, ist noch nicht bekannt. Der Mann sei wegen seines Zustandes noch nicht ausführlich befragt worden, hieß es am Sonntag bei der Polizei. Sicher ist, dass er 32 Jahre alt und gebürtiger Deutscher ist.
Bislang wurde bekannt, dass der Mann an Bord des größten City-Schiffs in Berlin mit mehr als 400 Plätzen kam. Er fiel bei den vielen Fahrgästen nicht auf. Und wenn er gefragt wurde, was er an Bord tue, gab er sich als Reedereimitarbeiter aus. Stutzig wurde niemand von der Besatzung. Das Schiff legte gegen 19.30 Uhr an der Jannowitzbrücke ab. Vier Stunden bei guter Musik und Tanz sollte die MS Mark Brandenburg auf der Spree fahren. Das Schiff sei gut besucht gewesen, hieß es.
Die Spree hat 16 Grad
Der Mann schlich zwischen den Reihen hindurch und suchte nach Opfern, die er bestehlen wollte. Innerhalb kürzester Zeit entwendete er eine Handtasche sowie zwei Handys und steckte sie ein. Dass die Besitzer, eine Frau und zwei Männer, ihn dabei erwischen, damit hatte er nicht gerechnet. Sie verfolgten den Dieb auf das Oberdeck. Bevor sie ihn festhalten konnten, sprang der Dieb an der Mühlendammschleuse in Mitte in die 16 Grad Celsius kalte Spree. Seine Beute hatte er an Bord gelassen.
Während der Schiffsführer die Polizei alarmierte, versuchte der Mann davon zu schwimmen und zu fliehen. Ein Team der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, das zufällig an der Schleuse Streife fuhr, versuchte, den Mann an Land zu ziehen. Das lehnte er immer wieder ab. Eine halbe Stunde dauerte es, bis er sich von Polizisten und Sanitätern in das Rettungsboot ziehen ließ. Kaum an Land, brach er zusammen. Mit starken Unterkühlungen und Kreislaufproblemen brachte ihn die Feuerwehr in die Charité.
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