Naher Osten

Laut Trump und Katar vielleicht schon nächste Woche: Gaza- Waffenruhe rückt näher

Die USA, Katar und Ägypten bemühen sich um einen neuen Waffenstillstand im Gazastreifen. Die israelisch-iranische Waffenruhe sorgt für vorsichtigen Optimismus.

BLZ /AFP
3 Min
Suppenausgabe im Gazastreifen: zwei Millionen Menschen akut unterernährt

Suppenausgabe im Gazastreifen: zwei Millionen Menschen akut unterernährt

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Angesichts der bislang anhaltenden Waffenruhe zwischen dem Iran und Israel sieht das Vermittlerland Katar neue Chancen für ein Gaza-Abkommen zwischen Israel und der Palästinenserorganisation Hamas. Es habe sich „ein Zeitfenster der Möglichkeiten“ aufgetan, sagte am Samstag ein Sprecher des Außenministeriums in Doha der Nachrichtenagentur AFP. Katar und die anderen beiden Vermittlerstaaten USA und Ägypten versuchten derzeit, „die durch den Waffenstillstand zwischen dem Iran und Israel entstandene Dynamik zu nutzen, um die Gespräche über den Gazastreifen wiederzubeleben.“ Über erste Gerüchte einer bevorstehenden Vereinbarung hatte die Berliner Zeitung bereits berichtet.

„Wenn wir dieses Zeitfenster der Möglichkeiten und die Dynamik nicht nutzen, wird es in naher Zukunft nur eine weitere verpasste Chance sein“, sagte Madsched al-Ansari, der auch ein Berater der Regierung in Doha ist. „Wir wollen nicht, dass sich das wiederholt“, fügte er mit Blick auf bisherige gescheiterte Vermittlungsbemühungen zwischen Israel und der Hamas hinzu.

US-Präsident Donald Trump hatte seinerseits am Freitag erklärt, dass ein Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen „nahe“ sei. „Wir denken, dass wir innerhalb der nächsten Woche einen Waffenstillstand erreichen werden“, sagte er in Washington.

Der Krieg im Gazastreifen war durch ein Massaker der Hamas und mit ihr verbündeter Kämpfer auf israelischem Territorium am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Dabei wurden nach israelischen Angaben rund 1200 Menschen getötet und hunderte verschleppt.

Als Reaktion auf den Hamas-Überfall geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Seit Beginn des Krieges im Oktober 2023 wurden nach Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums rund 56.000 Menschen im Gazastreifen getötet.  in den 24 Stunden bis Sonntagmittag wurden palästinensischen Angaben zufolge weitere mindestens 81 Menschen getötet. 422 Palästinenser hätten Verletzungen erlitten.

Zuletzt war es in unmittelbarer Nähe von Verteilzentren für Hilfsgüter im Gazastreifen wiederholt zu tödlichen Schüssen auf wartende Zivilisten gekommen. Hunderte von Palästinensern, darunter zu einem hohen Prozentsatz Frauen und Kinder, sollen dabei ums Leben gekommen sein. Einem Bericht der israelischen Zeitung „Haaretz“ zufolge hat die Generalstaatsanwaltschaft Untersuchungen wegen möglicher Kriegsverbrechen und Verstöße gegen das Kriegsvölkerrecht  angestoßen.

Die  regierungskritische Zeitung erwähnt den Verdacht, israelische Streitkräfte hätten bewusst oder absichtlich auf Zivilisten in der Nähe von Verteilungsstellen geschossen. „Haaretz“ hatte zuvor bereits anonyme Aussagen israelischer Soldaten zitiert, denen befohlen worden sei, auf Menschenansammlungen zu schießen. Die britische Nachrichtenagentur Reuters zitierte ein Dementi der israelischen Verteidigungskräfte. Diese hätten ihre Soldaten keineswegs angewiesen, Zivilisten unter Beschuss zu nehmen.

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