Lebensmittelindustrie und Ernährung

„Lange Nacht der Ernährung“ am Mittwoch in Berlin

Immer mehr Menschen fordern gesundes Essen: Am Mittwoch ist die „Lange Nacht der Ernährung“ in der Markthalle Neun in Kreuzberg. Es gibt Podiumsdiskussionen, künstlerische Einlagen und natürlich Essen.

BLZ
3 Min
An diesem Mittwoch findet in der Markthalle Neun in Kreuzberg die „Lange Nacht der Ernährung“ statt.

An diesem Mittwoch findet in der Markthalle Neun in Kreuzberg die „Lange Nacht der Ernährung“ statt.

© imago/Müller-Stauffenberg Lizenz

Bald leben zehn Milliarden Menschen auf der Erde – aber wie können alle satt werden? Schon jetzt sind weltweit 850 Millionen Menschen vom täglichen Hunger bedroht; weitere 2,5 Milliarden haben nicht genug zu essen und sind dauerhaft mangelernährt. Und auch direkt um uns herum gibt es offene Fragen: Wie bekommen alle Zugang zu gutem Essen? Wie erreichen wir Qualität bei der Schulverpflegung? Was ist gerechte Landwirtschaft? Wie lassen sich Umwelt und Ressourcen schonen?

Diskussion bei der „Langen Nacht der Ernährung“

Die Initiative „Save Our Seeds“ (SOS) erkannte drängende ökologische Probleme bereits vor Jahren und setzt sich seit 2002 europaweit für die Reinhaltung des Saatgutes und die Verteidigung gentechnikfreier Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion ein. Solche Initiativen braucht das Land. Nun werden bei einer „Langen Nacht der Ernährung“ am Mittwoch unter anderem Grünen-Politiker und der Filmemacher Valentin Thurn („Taste the Waste“) mit Berlinern über die Produktion und den Konsum von Lebensmitteln diskutieren. „Wir wollen gesundes und leckeres Essen ohne Gift, Gentechnik und Tierquälerei“, sagte die Grünen-Sprecherin für Verbraucherpolitik, Nicole Maisch. Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie dürften sich nicht an der größten Rendite orientieren. In dem Thema sehe sie „eine der wichtigsten ökologischen und sozialen Fragen unserer Zeit“.

Zukunftsmodelle

Immerhin eine Antwort wird schon aus der unmittelbaren Fragestellung klar: Wir müssen mehr regionale Erzeuger und das Lebensmittelhandwerk stärken. Grund genug, auch über weitere Zukunftsmodelle – wie etwa die Slow Food Bewegung oder solidarische Landwirtschaft – zu sprechen. Und der urbane Gartenbau müsste auch politisch wirksam unterstützt werden.

Auf dem Programm der „Langen Nacht“ in der Markthalle Neun in Kreuzberg stehen also Aspekte wie Gemeinschaftsgärten, Schulessen und regionale Produktion. Dazu gibt es Impulsvorträge, Podiumsdiskussionen, Dialoge und Filmausschnitte wie künstlerische Einlagen. Es geht um nicht weniger als globale Gerechtigkeit.

Und sie „ackern“ für gutes Essen: Mit dabei sind unter anderem Anton Hofreiter (Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen), der bildungspolitische Sprecher Özcan Mutlu; des Weiteren auch Valentin Thurn (Regisseur des Films „10 Milliarden: Wie werden wir alle satt?“), Christoph Schmitz (von der GemüseAckerdemie) und Pepe Dayaw (ein Food Artist). Und: Es gibt vegane und vegetarische Kostproben vom Sternekoch der Kantine Neun, Michael Hoffmann.

Lange Nacht der Ernährung am Mittwoch (1. Juli) von 17.30–22 Uhr, Markthalle Neun, Eisenbahnstr. 41/42, Kreuzberg. (BLZ/mit dpa)

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