Der Fall einer Lehrerin aus Nordrhein-Westfalen, die 16 Jahre lang krankgeschrieben war, hat in den vergangenen Tagen für einige Schlagzeilen gesorgt. Nun gibt es eine neue Wendung in dem Fall. Wie die Bild-Zeitung berichtete, hätte die auffällig lange Krankschreibung der Lehrerin bereits vor acht Jahren auffallen müssen.
Ans Licht kam der Fall, da die Schulbehörde im vergangenen Jahr einen Besuch der Lehrerin beim Amtsarzt anordnete, sie klagte jedoch dagegen. Das Oberverwaltungsgericht in Nordrhein-Westfalen sprach schließlich ein Machtwort: Die Lehrerin muss sich einer solchen Untersuchung unterziehen. Gleichzeitig kritisierte das Gericht die Behörde für ihre jahrelange Untätigkeit.
Lehrerin zog bereits vor acht Jahren vor Gericht – und gewann
Laut Bild-Zeitung zog die Lehrerin bereits im Jahr 2017 vor Gericht, sie sollte an eine andere Schule versetzt werden, offenbar, um ihre Stelle im Berufskolleg Wesel wegen ihres jahrelangen Ausfalls neu besetzen zu können. Daraufhin reichte die Lehrerin, die zu dem Zeitpunkt bereits seit acht Jahren krankgeschrieben war, einen Eilantrag gegen das Land NRW ein.
Damit kam sie offenbar zunächst durch, die Behörde hob ihre Versetzung offenbar auf. Um das Berufskolleg Wesel dennoch zu entlasten, wurde die Lehrerin dann dem Personalbestand der Schulaufsicht zugeordnet. Der Schulleiter, der 2015 an das Berufskollegs Wesel kam, gab gegenüber Medien an, noch nie von der Lehrerin gehört zu haben. Dann dauerte es wieder acht Jahre, bis eine neue Sachbearbeiterin vergangenes Jahr auf den Fall aufmerksam wurde und die Untersuchung beim Amtsarzt anordnete.
Lehrerin 16 Jahre krankgeschrieben: Schulleiter hatte noch nie von ihr gehört
Lehrerin 15 Jahre lang krankgeschrieben: Gericht in NRW spricht Machtwort
Bundesweit sorgt der Fall für Verwunderung und Kritik. „Die Bezirksregierung Düsseldorf arbeitet den Fall umfassend auf, das Unverständnis in der Öffentlichkeit ist für uns nachvollziehbar. Aber aufgrund dieses laufenden Prozesses können derzeit leider keine weiteren Details mitgeteilt werden“, so eine Sprecherin der Bezirksregierung auf Anfrage der Bild-Zeitung. Auch die Ministerin für Schule und Bildung in NRW, Dorothee Feller (CDU) forderte eine umfassende Aufklärung: „Für mich stellen sich viele Fragen, weil ich so einen Fall noch nicht erlebt habe.“
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