Leichenfund in der Jungfernheide

Polizeihunde suchen fehlende Skelettstücke

Nachdem ein Spaziergänger in der Jungfernheide Menschenknochen fand, hat die Polizei mit Hunden nach weiteren Überresten des getöteten Mannes gesucht. Denn seine Füße fehlen noch.

Andreas Kopietz
3 Min
Polizisten begannen am Donnerstagvormittag in der Jungfernheide den Wald nach weiteren Leichenteilen abzusuchen.

Polizisten begannen am Donnerstagvormittag in der Jungfernheide den Wald nach weiteren Leichenteilen abzusuchen.

© Thomas Schröder Lizenz

Nachdem in der Jungfernheide Menschenknochen gefunden wurden, suchte die Polizei am Mittwoch nach weiteren Überresten des getöteten Mannes.

Wie berichtet, hatten Spaziergänger am Montagabend in dem Charlottenburger Gebiet zwischen Wasserturm und Kurt-Schumacher-Damm Knochen entdeckt, die aus dem Waldboden herausragten. Am Mittwoch bargen dann Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes ein menschliches Skelett, das im Waldboden vergraben war. „Durch Tierfraß, wahrscheinlich durch Wildschweine oder Füchse, wurden die Knochen zum Teil freigelegt“, sagte ein Polizeisprecher.

Eine rechtsmedizinische Untersuchung ergab, dass es sich um das Skelett eines unbekannten Mannes handelt, der erschlagen wurde. Das etwa 1,80 Meter große Opfer konnte bislang noch nicht identifiziert werden. Das Skelett des Toten ist zudem nicht vollständig. Die Füße fehlen. Deshalb machte sich die Polizei am Mittwoch erneut auf die Suche.

Sie setzte fünf Leichenspürhunde ein, die von der Fundstelle ausgehend, das Gebiet absuchten. Die Suche erfolgte ohne Leine. Die belgischen und deutschen Schäferhunde, die sich frei bewegten, wurden nacheinander und nur kurz eingesetzt, da sie nach Angaben eines Polizeisprechers Schwerstarbeit verrichten würden.

Die Polizisten fanden die Füße nicht. Am Nachmittag wurde die Suche ergebnislos eingestellt. Weitere rechtsmedizinische Untersuchungen und Spurenabgleiche in der Kriminaltechnik sollen Aufschluss über den Tathergang und die Identität des Getöteten bringen.

Alte Fälle werden überprüft

Die Polizei geht jetzt die Akten vermisster Personen durch. Sie prüft unter anderem einen Zusammenhang mit dem Verschwinden von Alexander Luchterhandt im Mai 2005. Der damals 49-Jährige, der ebenfalls etwa 1,80 Meter groß war, arbeitete als Informant für zahlreiche Print- und Rundfunkmedien. Für die Polizei besteht kein Zweifel, dass er getötet wurde.

Einer der Verdächtigen, die danach wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft saßen aber wieder freigelassen werden mussten, war Arthur J. alias „Aljoscha“. Der wohnungslose Pole, den Luchterhandt als Leibwächter angestellt hatte, wohnte damals bei einem Bekannten unweit des Fundortes am Heckerdamm. „Wir prüfen natürlich auch diesen Zusammenhang“, sagte ein Polizeisprecher. „Allerdings sieht es eher so aus, als wenn der unbekannte Tote dort seit neun Monaten liegt und nicht seit neun Jahren.“ Die Polizei sucht Zeugen, die in dem park Verdächtiges beobachtet haben.

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