„Lennard Maloney ist ein absoluter Mentalitätsspieler. Man sieht an ihm, was man mit Einstellung alles erreichen kann. Diese Einstellung, sich immer in den Dienst der Mannschaft zu stellen, die eigene Qualität und Energie einer Mannschaft zur Verfügung zu stellen – wenn es da einen Prototyp geben würde, dann wäre es Lennard Maloney.“
Es sind Worte, die große Wertschätzung vermitteln. Worte, die Frank Schmidt, Trainer des 1. FC Heidenheim, vor einiger Zeit verwendet hat, um Lennard Maloney zu charakterisieren. Den gebürtigen Berliner, der einst beim 1. FC Union ausgebildet wurde und nun in seiner zweiten Saison auf der Ostalb spielt. Am Sonnabend (15.30 Uhr) kommt es im Duell zwischen Heidenheim und den Köpenickern zum Wiedersehen mit einigen alten Weggefährten.
Hier sehen Sie 1. FC Heidenheim gegen 1. FC Union Berlin live im TV
1. FC Union Berlin: Urs Fischer verfällt auch weiter nicht in Aktionismus
An den ersten fünf Spieltagen gab es in der Bundesliga keinen Profi, der mehr gelaufen ist als Lennard Maloney. 13 Kilometer spult der defensive Mittelfeldspieler im Schnitt ab. Ein herausragender Wert, der sinnbildlich für sein Spiel steht. Immer rennen, immer kämpfen, immer unermüdlich arbeiten. Der gebürtige Berliner schuftet nahezu vor und nach jedem Training im Kraftraum, ernährt sich im zweiwöchigen Wechsel mal vegetarisch, dann vegan. Maloney tut alles dafür, seinen Körper in Form zu halten. Er ist nicht der begnadetste Techniker, aber es gibt wenige, die mit seinem unbändigen Willen mithalten können.
Beim 1. FC Union Berlin stand er zwischen 2012 und 2020 unter Vertrag, als damals Zwölfjähriger wechselte er in den Nachwuchs der Eisernen. Für die Profis kam er allerdings nur einmal zum Einsatz. Im April 2018, noch unter André Hofschneider, durfte er bei der 1:2-Niederlage in Fürth sogar von Beginn an ran. Im Sommer des gleichen Jahres übernahm Urs Fischer das Traineramt, hatte für Maloney allerdings keine Verwendung mehr.
Lennard Maloney: Drei Jahre, drei Aufstiege!
Er schaffte es weder in der Aufstiegssaison noch im ersten Halbjahr in der Bundesliga in den Kader, ließ sich im Januar 2020 zum Chemnitzer FC ausleihen und wechselte sechs Monate später zur U23 von Borussia Dortmund in die Regionalliga West. Es gab genug Zweifler, die ihm zu diesem Zeitpunkt nicht mehr den Sprung in die Bundesliga zugetraut hätten, doch Maloney blieb eisern – und setzte zu einem kometenhaften Aufstieg an. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Ein Jahr spielte er mit der Zweitvertretung des BVB viertklassig, stieg am Saisonende auf. Es folgte das Debütjahr in der Dritten Liga, im Sommer darauf der Wechsel nach Heidenheim in die Zweite Bundesliga. Auch unter Frank Schmidt erarbeitete sich der Modellathlet auf Anhieb einen Stammplatz, rückte von der Innenverteidigung eine Position nach vorne auf die Sechs und stieg gleich noch mal auf. Von der Regionalliga in die Bundesliga in drei Jahren!
„Nicht immer ist der direkte Weg erfolgreich, manchmal muss man es eben auch über einen Umweg machen. Er ist diesen Schritt zurückgegangen und hat jetzt diese fantastische Entwicklung genommen. Das gönne ich ihm von Herzen“, freut sich Urs Fischer für seinen Ex-Schützling, der auch am Sonnabend aller Voraussicht nach von Beginn an das Heidenheimer Trikot tragen wird.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de