Am Mittwochabend unterbrachen zwei Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ ein Konzert der Sächsischen Staatskapelle in der Hamburger Elbphilharmonie.
Noch bevor die ersten Töne von Beethovens Violinkonzert erklangen, seien sie mit Warnwesten bekleidet auf die Bühne gestiegen und hätten sich am Dirigentenpult festgeklebt, hieß es von der Klimaschutzorganisation. Ein Sprecher der Polizei Hamburg bestätigte später, dass sich zwei Menschen mit Sekundenkleber in dem Konzerthaus festgeklebt hätten. Die beiden seien nach kurzer Zeit abgelöst und in Gewahrsam genommen worden. Auf Twitter kursierte derweil schon ein Video der Aktion.
Was einer der Aktivisten dem Publikum zu sagen hatte, gibt die „Letzte Generation“ in einer Mitteilung wie folgt wieder: „Ich stehe heute hier, weil wir die Klimakatastrophe kollektiv verdrängen und damit unseren Kindern ein Leben in Sicherheit und Frieden wegnehmen! Genau wie es nur ein Geigenkonzert von Beethoven gibt, haben wir nur diesen einen Planeten, dessen Grenzen wir so sehr missachten, dass klimabedingte Katastrophen häufiger und tödlicher werden.“ Und weiter: „Wir müssen jetzt alle aktiv werden und Widerstand leisten gegen das verbrecherische Weiter-So unserer Regierenden! Es wird keine Elbphilharmonie mehr geben, um Beethoven zu genießen, wenn Hamburg unter Wasser steht. Die Krise eskaliert jetzt gerade, vor unseren Augen.“
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„Letzte Generation“: Klimaprognosen werden immer düsterer
Die wissenschaftlichen Prognosen würden mit jedem Jahr, das ohne Umsetzung wirksamer Schutzmaßnahmen verstreiche, immer düsterer. Der Meeresspiegel werde wohl bis zum Ende des Jahrhunderts um fast einen Meter ansteigen, hieß es von der „Letzten Generation“. Dieser Anstieg bedrohe in Kombination mit regelmäßigen Sturmfluten nicht nur Hamburg und andere Küstenstädte im Globalen Norden, sondern unmittelbar Millionen Menschenleben weltweit, so die Prophezeiung der Klimaaktivisten. Das Leid, das die Regierung durch entschlossenes Handeln noch merklich begrenzen könne, werde die Gesellschaft auf eine harte Probe stellen.
Anwalt der Klimakleber: „Das Tödliche in Berlin sind nicht die Klimaaktivisten“
In den vergangenen Wochen hatten Klimaaktivisten europaweit mit verschiedenen Aktionen für Aufsehen gesorgt. Sie blockierten Straßen und attackierten Gemälde unter anderem von Vincent van Gogh, Claude Monet und Francisco Goya. Damit wollen die Aktivisten ein stärkeres Engagement gegen die Erderhitzung einfordern. (mit AFP, dpa)
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