Wirtschaft

Lieferdienste Getir und Gorillas verschwinden aus Deutschland: Was bedeutet das für Flink?

Einem Medienbericht zufolge ziehen sich die beiden Schnell-Lieferdienste in den kommenden Wochen aus Deutschland zurück. Der Berliner Wettbewerber Flink wird demnach wohl nicht aufgekauft.

Team News AFP
2 Min
Ein Lieferfahrer des türkischen Lieferdienstes „Getir“ fährt auf einem Fahrrad durch Berlin. 

Ein Lieferfahrer des türkischen Lieferdienstes „Getir“ fährt auf einem Fahrrad durch Berlin. 

© Michael Kappeler/dpa

Die Schnell-Lieferdienste Getir und Gorillas werden sich einem Medienbericht zufolge Mitte Mai aus Deutschland zurückziehen. Einige der 1800 Angestellten von Getir in Deutschland hätten Anfang dieser Woche bereits ihre Kündigungen erhalten, berichtete die Wirtschaftswoche am Mittwoch. Die Warenlager sollten in den kommenden drei Wochen nach und nach geschlossen werden.

Getir wollte den Sachverhalt auf Nachfrage der Wirtschaftswoche nicht kommentieren. Das türkische Unternehmen hatte Ende 2022 den Berliner Konkurrenten Gorillas gekauft. Der Plan, auch den Berliner Wettbewerber Flink zu kaufen, sei Insidern zufolge vom Tisch, berichtete das Blatt weiter.

Getir war 2015 gegründet worden und expandierte 2021 ins Ausland. Stichtag für den Rückzug aus Deutschland sei der 15. Mai, so die Wirtschaftswoche. Auch in Großbritannien und den Niederlanden stehe der Rückzug „offenbar unmittelbar bevor“.

Schnelle Expansion von Getir führte nie zu Gewinnen

Das Blatt zitierte den britischen Sender Sky, wonach Getir von Investoren eine neue Finanzierung in bestehender zweistelliger Millionenhöhe zugesagt bekommen habe - unter der Bedingung, das Geld für den Rückzug und die Abwicklung der drei Märkte Deutschland, Großbritannien und Niederlande verwende. Im Heimatmarkt Türkei solle das Geschäft mit Lebensmittellieferungen weiter ausgebaut werden.

Lebensmittellieferdienste hatten in der Corona-Pandemie eine Hochzeit erlebt. Als selbsternannter Pionier im Bereich der ultraschnellen Lebensmittellieferung expandierte Getir bis Ende 2021 in insgesamt neun Länder. Die schnelle Expansion führte jedoch nie zu Gewinnen. Bereits im vergangenen Sommer hatte Getir mitgeteilt, mehr als ein Zehntel der Belegschaft abzubauen. Zuvor hatte Getir sich aus Frankreich zurückgezogen und die Einstellung des Geschäfts in Italien, Spanien und Portugal angekündigt.

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