Naziverbrecher

Liegt Gestapo-Chef Heinrich Müller auf jüdischem Friedhof in Berlin?

Müller war an Planung und Exekution des Holocaust maßgeblich beteiligt. Doch wo ist er begraben? Jetzt führt eine Spur zu dem Alten Jüdischen Friedhof in Berlin-Mitte.

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Gedenkstein auf dem Alten Jüdischen Friedhof in der Großen Hamburger Straße in Berlin-Mitte.

Gedenkstein auf dem Alten Jüdischen Friedhof in der Großen Hamburger Straße in Berlin-Mitte.

© Joko/imago

Der Leichnam des früheren Gestapo-Chefs Heinrich Müller (1900–1945) befindet sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem Alten Jüdischen Friedhof in der Großen Hamburger Straße in Berlin-Mitte. Das geht aus einer Antwort der Senatskulturverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Kulturstaatssekretär Alexander Straßmeir (CDU) erklärte, aufgrund des Standes der historischen Forschung gelte es „als sehr wahrscheinlich“, dass Müller nach Kriegsende in einem Sammelgrab auf dem damaligen jüdischen Friedhof beigesetzt wurde. Eine abschließende Gewissheit bestehe jedoch nicht.

Eine Exhumierung, Umbettung oder Kremierung des Leichnams schließt die Jüdische Gemeinde zu Berlin laut Senatsverwaltung aus. Sie verweist auf das Ewigkeitsrecht der jüdischen Totenruhe. Ein solcher Eingriff würde auch die Totenruhe der auf dem Areal bestatteten Juden verletzen.

Sammelgräber mit über 2000 Toten

Müller zählt zu den Hauptverantwortlichen des nationalsozialistischen Terrorregimes und des millionenfachen Mordes an Juden. Am 20. Januar 1942 nahm er als einer von 15 hochrangigen Funktionären an der Wannsee-Konferenz teil, auf der die Deportation und Ermordung der europäischen Juden organisiert wurde. Sein Leichnam wurde im August 1945 in einem Einzelgrab auf dem Gelände des Reichsluftfahrtministeriums gefunden und später umgebettet.

Der Friedhof in der Großen Hamburger Straße, angelegt im Jahr 1672, wurde 1943 zerstört. In sogenannten Splittergräben wurden dort zivile Kriegsopfer und Soldaten bestattet. Nach Angaben der Senatskulturverwaltung sollen mehr als 2000 Tote in 16 Sammelgräbern liegen. Von mehr als der Hälfte der Bestatteten sind die Namen nicht bekannt.

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