Genau 15 Wochen ist es her, dass die Füchse Berlin zu Hause gegen den Bergischen HC verloren. Der war damals Tabellenletzter und blamierte die Füchse in eigener Halle dennoch gewaltig.
Eigentlich gilt es im Sport, Misserfolge wie Erfolge schnell abzuhaken und doch könnte es durchaus sein, dass Füchse-Trainer Velimir Petkovic seine Spieler vor dem Spiel am Mittwoch gegen den VfL Gummersbach (19 Uhr) noch einmal an die empfindliche Niederlage erinnert hat. Genauer gesagt, könnte er seinen Schützlingen mit auf den Weg gegeben haben, was passiert, wenn man einen vermeintlich schwächeren Gegner unterschätzt.
5 Partien in 12 Tagen
Auch das letzte Heimspiel der Saison gegen den Tabellenvierzehnten aus Gummersbach scheint auf dem Papier eine einfache Aufgabe zu sein, könnte sich jedoch als harte Arbeit entpuppen. Die Mannschaft von Petkovic muss seit Wochen ein Programm absolvieren, das kaum Raum für Regeneration lässt.
Die Mittwoch-Partie ist für die Füchse die fünfte in nur zwölf Tagen. Nicht unwahrscheinlich also, dass die Frage, inwieweit die Berliner mental und körperlich bereit sind, über den Spielausgang entscheiden wird.
Nenadic meldet sich zurück
So dürfte sich Füchse Trainer Velimir Petkovic am Montag gefreut haben, als sich seine Rückraumspieler Petar Nenadic und Steffen Fäth einsatzbereit meldeten. Während Nenadic und sein doppelter Bänderriss von Tag zu Tag neu untersucht werden, hat Fäth beschlossen, seine anhaltenden Schmerzen an der Achillessehne bis zum Saisonende zu ignorieren.
Die Verletzungen zeigen, dass sich die Länge der Saison inklusive des engen Spielplans bemerkbar macht. „Wir haben schwere Wochen und Monate hinter uns“, bestätigt Paul Drux mit Blick auf die 51 absolvierten Pflichtspiele in dieser Saison. Ein Pensum, das früher oder später selbst bei Profis Tribut fordert. „Nach so einer langen Saison ist es normal, dass jetzt alle ein bisschen angeschlagen sind“, weiß Petkovic.
Drux ist der Organisator
Doch müssen die Füchse in den letzten drei Spielen einen Weg finden, gegen frischere, weil nicht international spielende Mannschaften, zu gewinnen. Damit dies gelingt ist es auch vonnöten, zumindest einen Teil der Last, die sonst auf den Schultern von Petar Nenadic lastet, umzuverteilen. Drux dürfte nun häufiger in die Rolle des Organisators schlüpfen: „Sicherlich will ich da jetzt Verantwortung übernehmen, weil ich auch weiß, dass der Verein das von mir erwartet.“
Vor allem dürfte er bestrebt sein, dafür zu sorgen, dass die Berliner sich weniger technische Fehler erlauben als zuletzt. Zu oft wirkte man unkonzentriert und unaufmerksam, machte untypische Fehler und verlor so das EHF-Pokalfinale und gegen Magdeburg einen wichtigen Punkt. „Da merkt man schon“, sagt Drux, „dass wir körperlich inzwischen alle auf dem Zahnfleisch gehen und auch mental ein paar Prozent weniger haben.“
Ziel: Champions League
Trotz aller Erschöpfung ist man sich bei den Füchsen einig, die Saison mit drei Siegen beenden zu wollen. Sie wollen sich im Kampf um Platz drei und die damit verbundene Champions League Qualifikation nicht vorzeitig geschlagen geben. Zwei Punkte Rückstand haben die Berliner im Fernduell mit dem THW Kiel, der jedoch noch zu den Löwen muss und sich auch sonst als keinesfalls unschlagbar präsentierte. „Natürlich hoffen wir darauf, dass da oben noch was passiert“, sagt Manager Bob Hanning.
Damit die Füchse überhaupt eine Chance haben, die Zebras noch abzufangen, müssen zwei Punkte gegen Gummersbach eingesammelt werden. Doch kämpft der VfL mit allen Mitteln noch gegen den Abstieg. Das weiß Drux: „Solche Spiele werden im Kopf entschieden, und da müssen wir besser sein als Gummersbach.“ Gelingt das, stehen die Chancen gut, dass die Füchse sich im letzten Heimspiel mit einem Sieg von ihren Fans verabschieden.
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