Limburg - Vor einer Woche hieß es noch, die Vorwürfe gegen den Limburger Bischof seien weitesgehend ausgeräumt. Jetzt berichtet der „Spiegel“, dass die Ermittlungen gegen Tebartz kurz vor dem Abschluss stehen. Demnach macht die Untersuchungskommission dem Geistlichen schwere Vorwüfe. Unter anderem sollen die pompösen Bauvorhaben mit Stiftungsgeldern finanziert worden sein.
Die Prüfungskommission soll ihre Ermittlungen zur Kostenexplosion beim Bau der Bischofsresidenz in Limburg bereits in der kommenden Woche vorlegen. Wie das Nachrichtenmagazin weiter berichtet, sind „justitiable Ergebnisse“ dokumentiert worden, die ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren gegen Tebartz-van Elst nach sich ziehen könnten.
Die kirchlichen Ermittler hätten bei ihrer Spurensicherung bislang unbekannte Finanzierungspapiere gefunden, welche die Unterschrift des Bischofs tragen. Zudem sei man auf eine Art Geheimregistratur gestoßen, die in einer eigens dafür angemieteten Wohnung lagerten. Aus den Papieren gehe außerdem hervor, dass aus mindestens einer kirchlichen Stiftung im Bistum Geld für den Bau der Bischofsresidenz zweckentfremdet worden sei.
Nachrichten über den Inhalt des Ermittlungsberichts der Prüfungskommission sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Zuvor hatte der „Focus“ noch berichtet, die gegen Tebartz-van Elst erhobenen Vorwürfe seien weitgehend ausgeräumt. Die Prüfungskommission habe keinerlei Hinweise gefunden, die den Limburger Bischof der Geldverschwendung oder des Übergehens von Kontrollgremien überführten. Für ein abschließendes Urteil muss der Abschlussbericht der Kommission abgewartet werden. Dieser wird anschließend der Deutsche Bischofskonferenz und den Vatikan vorgelegt. Erst dann soll eine Entscheidung über das Schicksal des Bischofs fallen.
Rückkehr von Tebartz-van Elst fraglich
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hält es allerdings für fraglich, ob sein umstrittener Limburger Amtsbruder Franz-Peter Tebartz-van Elst auf seinen Bischofsstuhl zurückkehren kann. „Ich nehme eine große Entfremdung zwischen Bischof und Bistum wahr“, sagte Ackermann der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“. Ackermann kritisierte zugleich Gerüchte über eine mögliche Auflösung des Bistums Limburg als „verantwortungslos und schlimm“. Bei der Entscheidung, ob der Limburger Bischof nach seiner Beurlaubung in sein Amt zurückkehren könne, werde sich Papst Franziskus „von keiner Gruppe unter Druck setzen lassen“, wird Ackermann zitiert. (jv/dpa)
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