Es gibt Verfahren, die sich über Monate ziehen. Einige wenige auch über Jahre. Und selbst wenn der Fall nach unzähligen Befragungen klar scheint und das Gericht sein Urteil gesprochen hat, selbst dann ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. „Wenn wir bei jeder Frage einen Wiederholungsfrageantrag stellen, dann sitzen wir noch ein halbes Jahr“, sagt Richterin Wettley sichtlich genervt.
Die Stimmung im Landgericht Berlin ist an diesem Montag angespannt. Bereits Dutzende Male haben die beiden angeklagten Neonazis, Sebastian T. und Tilo P., auf der Anklagebank Platz genommen. Jetzt müssen sich die beiden Männer im Berufungsverfahren zum zweiten Mal wegen zwei politisch motivierter Brandstiftungen in Neukölln verantworten, die ihnen vorgeworfen werden. Im ersten Anlauf wurden sie aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Die Verteidiger tun alles dafür, dass es dabei bleibt.
Gericht
Berufungsverfahren zu rechten Anschlägen in Neukölln: „Wenn jemand verurteilt wird, habe ich Angst“
Das Auto des Linke-Politikers Ferat Kocak wurde angezündet. In erster Instanz wurden die Angeklagten freigesprochen. Im Berufungsverfahren schildert Kocak, wie ihn die Tat bis heute belastet.
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Zeuge, Opfer, Abgeordneter: Linke-Politiker Ferat Kocak sagte im Berufungsverfahren gegen zwei Neonazis erneut vor Gericht aus.
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