Die Reallöhne, also die Löhne unter Berücksichtigung der Inflation, haben in Deutschland im ersten Quartal 2024 deutlich angezogen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, waren die Löhne 3,8 Prozent höher als im ersten Quartal 2023. Damit sind die Reallöhne zum vierten Mal in Folge gestiegen. Es ist der größte Anstieg im Jahresvergleich seit Anfang der Zeitreihe im Jahr 2008.
Die Nominallöhne stiegen im ersten Quartal deutlich um 6,4 Prozent, wie die Statistiker weiter mitteilten. Die Inflation in diesem Zeitraum verlor hingegen deutlich an Dynamik und betrug 2,5 Prozent. So ergibt sich der spürbare Reallohnzuwachs. Die Steigerung bei den Löhnen wurde vor allem getragen von günstigen Tarifabschlüssen und Einmalzahlungen sowie der Auszahlung von Inflationsausgleichsprämien im ersten Quartal.
Am meisten stiegen die Löhne unter anderem bei Lehrern
Überdurchschnittliche Steigerungen gab es laut Statistischem Bundesamt in den Wirtschaftsbereichen öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung mit 9,1 Prozent sowie Erziehung und Unterricht mit 8,0 Prozent. Dort wird der Großteil der Beschäftigten nach Tarifverträgen für den öffentlichen Dienst entlohnt.
„Der Anstieg ist eine sehr gute Nachricht für die deutsche Wirtschaft und die Menschen in Deutschland“, kommentierte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, die Zahlen. Allerdings hätten die Reallöhne „noch bei weitem nicht die Verluste seit dem Beginn der Covid-Pandemie 2019 wettgemacht“.
Das könne ein Grund für den noch verhaltenen Privatkonsum sein, führte Dullien aus. In den kommenden Monaten dann könnte der Konsum aber „zu einer wichtigen Stütze für die konjunkturelle Erholung werden“.
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