Und der Bürgermeister von Hoppegarten, Karsten Knobbe von der Linken, mag Cro ganz gern, den Rapper mit der Panda-Maske. Dabei ist der 57-jährige Bürgermeister seit seiner Jugend ein Pink-Floyd-Fan.
Im September werden die drei Männer ihre musikalischen Neuentdeckungen live sehen können. Die Foo Fighters, Kungs und Cro treten neben vielen weiteren internationalen Musikern in der Rennbahn Hoppegarten auf, beim Lollapalooza Berlin 2017.
Mit offenen Armen
Was ist da passiert?
Hoppegarten liegt nur wenige Kilometer von der Berliner Stadtgrenze entfernt, doch die Gemeinde gehört zu Brandenburg. Erstmals findet also das international bekannte Lollapalooza, das sich als „innerstädtisches Musikfestival“ charakterisiert und Berlin im Logo trägt, außerhalb statt. Hoppegarten statt Hauptstadt – was ist da passiert? Intern ist die Galopprennbahn schon seit dem vergangenem Sommer als Veranstaltungsort im Gespräch.
Denn den Organisatoren des Lollapalooza war klar: Weder auf dem Tempelhofer Feld wie 2015 noch im Treptower Park wie 2016 wird es in Berlin ein Festival in dieser Dimension geben. Ihre letzte Hoffnung war das Maifeld am Olympiastadion neben dem Olympiastadion. Monatelang verhandelten die Festivalmanager mit den Funktionären des Fußballverbandes. Denn am zweiten Septemberwochenende, dem Datum für Lollapalooza 2017, hat der Fußballclub Hertha BSC ein Heimspiel.
Daran können die Festivalorganisatoren nichts ändern. Doch zwei Großereignisse – das Hertha-Spiel und Lollapalooza – an einem Ort sind sicherheitstechnisch nicht zu verantworten. Und einen anderen Platz kann die Hauptstadt den Musikveranstaltern nicht anbieten. Es gibt keinen.
Peter Hoeck Domig: „Für uns wird das eine logistische Meisterleistung.“
© Stefan Strauss
Anfang Februar 2017 teilen die Chefs von Rennbahn und Lollapalooza mit, dass Deutschlands größtes innerstädtisches Festival 2017 auf der Rennbahn Hoppegarten stattfinden werde. Und niemand findet das schlimm. „In Hoppegarten hat man uns mit offenen Armen empfangen“, sagt Festivaldirektorin Fruzsina Szep. „Das Gelände ist einfach perfekt für ein Festival, wie das Lollapalooza Berlin eines ist.“
Auf der Galopprennbahn zeigt Peter Hoeck Domig mit ausgebreiteten Armen auf das große Gelände. Dass dort bald das Lollapalooza stattfindet, das ist für den Chef der Rennbahn ein Glücksfall. Im vergangenen Jahr übernahm der Hotelmanager die Führung über die privat betriebene Anlage.
Elf Renntage im Jahr gibt es, mit je 8000 bis 15.000 Zuschauern, das reicht aber nicht, um den Betrieb wirtschaftlich stabil zu halten. Doch jetzt kommt das Lollapalooza mit Zehntausenden Besuchern. „Für uns wird das eine logistische Meisterleistung. Wir kriegen das hin!“ Hauptstadt und Hoppegarten, das ist für Peter Hoeck Domig gar kein Widerspruch. Er spricht von der Hauptstadtregion und sagt, Hoppegarten sei die Rennbahn Berlins. Vor 150 Jahren wurde sie von Grunewald nach Hoppegarten verlegt.
Karsten Knobbe: „Wir begleiten das Festival wohlwollend.“
© Gemeinde Hoppegarten
Vier Bühnen werden im September auf der 22 Hektar großen Innenfläche der Rennbahn stehen. Die große Wiese wird für den Rennsport gar nicht genutzt. Insgesamt bietet die Rennbahn dem Musikfestival fast 30 Hektar Fläche an, etwa für Parkplätze und kleine Spielstätten. Der Rennbahn-Chef sagt, bisher habe es keine Beschwerden gegeben. Die größte Sorge der Anwohner sei, ob die Tiere und das Geläuf ausreichend geschützt würden, also die 70 Meter breite Grasbahn.
Peter Hoeck Domig hat all das bedacht. Die 20 Pferde der Rennbahn werden in andere Gestüte gebracht. Über das Geläuf werden zum Schutz Platten gelegt, die Zuschauer nutzen nur die Tribünen und die Wiese der Rennbahn. „Lollapalooza beeinträchtigt den Rennbetrieb nicht“, sagt er.
Junge Kommune
Hoppegarten ist eine junge und wachsende Kommune im Landkreis Märkisch-Oderland, seit 2003 gehören Hönow, Münchehofe und Dahlwitz-Hoppegarten dazu. Das Durchschnittsalter der Anwohner liegt bei 31 Jahren. 1995 hatte die Gemeinde 6000 Bewohner, heute sind es 18.500.
„Wir begleiten das Festival wohlwollend“
Das letzte Großereignis liegt neun Monate zurück. Zum Brandenburg-Tag auf der Rennbahn kamen etwa 120.000 Besucher. Es gab keine Zwischenfälle. Bürgermeister Karsten Knobbe sagte damals, Hoppegarten habe sich von seiner „Schokoladenseite“ gezeigt.
Vielleicht ist der Bürgermeister deshalb so entspannt, wenn es um Lollapalooza geht. Es sei familienorientiert, das beruhige ihn. „Wir begleiten das Festival wohlwollend“, sagt er. Es wird eine Anwohnerversammlung geben, Knobbe leitet die Sicherheitskonferenzen und den Verwaltungsstab am Festival-Wochenende. Ein Shuttle-Service wird eingerichtet zu den S- und U-Bahn-Stationen Richtung Berlin. Eine halbe Stunde braucht die Bahn.
Festival-Direktorin Fruzsina Szep fährt diese Strecke jetzt öfter.
„Die Rennbahn ist schnell aus der City zu erreichen. Hier können wir uns frei entfalten.“ Erstmals rechnen die Veranstalter dieses Jahr mit bis zu 80.000 Besuchern pro Tag. Für so viele Menschen auf einem Festival hat Berlin gar keinen Platz.
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