Malaysia: Massenprotest gegen Premier Najib Razak

In Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur sind Zehntausende Demonstranten gegen Regierungschef Najib Razak auf die Straßen gegangen. Sie warfen ihm Korruption vor und forderten seinen Rücktritt, wie lokale Medien am Samstag berichteten. Zu dem Protest aufgerufen hat das Bündnis „Bersih“, das soviel wie „Sauber“ heißt.

BLZ
2 Min

Kuala Lumpur - In Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur sind Zehntausende Demonstranten gegen Regierungschef Najib Razak auf die Straßen gegangen. Sie warfen ihm Korruption vor und forderten seinen Rücktritt, wie lokale Medien am Samstag berichteten. Zu dem Protest aufgerufen hat das Bündnis „Bersih“, das soviel wie „Sauber“ heißt.

Am Freitagabend waren den Berichten zufolge die „Bersih“-Vorsitzende, Maria Chin, sowie weitere Aktivisten und Oppositionelle festgenommen worden. „Bersih“ hatte daraufhin erklärt, dass der Protest trotzdem stattfinden werde. Der Premierminister steht seit längerem wegen unterschlagener Gelder aus dem malaysischen Staatsfonds 1MDB in der Kritik.

Verwandte kauften Wohnungen und Gemälde

Wie das „Wall Street Journal“ berichtete, ist mindestens eine Milliarde US-Dollar auf dessen privaten Konten gelandet - und damit Hunderte Millionen mehr als ursprünglich vermutet. Najib selbst und die Anti-Korruptionsbehörde hatten stets behauptet, es handele sich um Spenden aus dem Nahen Osten.

Vertraute des Premiers sowie Verwandte sollen mit aus dem Fonds abgezweigten Geldern unter anderem Luxuswohnungen in den USA sowie wertvolle Gemälde gekauft haben. Die US-Behörden erklärten, Vermögenswerte von mehr als einer Milliarde Dollar zu beschlagnahmen. Auch die Behörden in Singapur und der Schweiz haben Ermittlungen aufgenommen. Insgesamt sollen mehrere Milliarden Dollar verschwunden sein.

Verdacht der Wahlmanipulation

Im August vergangenen Jahres hatte die „Gerechtigkeitspartei“ des erneut inhaftierten malaysischen Oppositionsführers Anwar Ibrahim eine Zivilklage gegen Najib wegen mutmaßlicher Wahlverstöße und Bestechung eingereicht. Demnach war der größte Teil der Millionensummen etwa zwei Monate vor den Parlamentswahlen vom Mai 2013 auf dessen Konten eingegangen.

Die Opposition wirft der Nationalen Front, die das Land seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1957 regiert, seit langem Korruption, Wahlmanipulation und einen zunehmend harsches Vorgehen gegen Kritiker vor.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de