Tanz im August

„Kuba blutet“: Ein Tanzensemble ringt dem Elend Bedeutung ab

Mitten in Kubas tiefster Krise hält Fernando Sáez mit seiner Malpaso Dance Company an der Kunst fest. Mit dem Stück „Trapicana“ eröffnet nun das Festival Tanz im August.

Michaela Schlagenwerth
8 Min
Fernando Sáez im HAU 3 in Berlin.

Fernando Sáez im HAU 3 in Berlin.

© Kate Schultze

Als die kubanische Malpaso Dance Company und die Choreografin Joanna Tischkau vor zwei Jahren ihr Stück über das Tropicana planten, da zählte der legendäre Nachtclub noch zu den Touristenattraktionen Havannas. Jetzt ist er geschlossen, wie fast alle Theater in Kuba. Seit Donald Trump die Insel weitgehend vom Erdöl abgeschnitten hat, gibt es so gut wie keinen Strom mehr auf der Insel – und es gibt keine Touristen. Das Stück „Trapicana“ ist allen Widrigkeiten zum Trotz entstanden. Am Donnerstag wird damit, nach einer gefeierten Premiere auf der Hamburger Kampnagelfabrik, das Festival Tanz im August eröffnet. Fernando Sáez hat die Malpaso Dance Company vor 14 Jahren gemeinsam mit zwei jungen Tänzern gegründet.

Herr Sáez, wie kamen Sie auf die Idee, eine freie Tanz-Company in Kuba zu gründen? Auch wenn damals noch etwas bessere Zeiten waren, gut waren die Bedingungen für so ein Vorhaben vermutlich nicht.

Die Zeiten waren auch damals nicht gut, aber im Vergleich zu heute waren es unsere besseren Zeiten. Eine freie Company in Kuba zu gründen war auch damals ein ungewöhnlicher Schritt. Die Tänzer in Kuba haben ein unglaublich hohes Niveau, auch im internationalen Maßstab. Die Choreografien hatten und haben es allerdings meist nicht. Ich war früher der Programmdirektor der Fundación Ludwig de Cuba und hatte die Möglichkeit, international bedeutende Choreografen nach Kuba einzuladen. Ich dachte, das würde etwas verändern.

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