Nils Lichtlein hat eine Fähigkeit, um die ihn nicht nur Handballer beneiden: Der Rückraumspieler der Füchse Berlin ist den anderen voraus, im Futurum sozusagen. „Er hat die Begabung, eine Sekunde in der Zukunft zu spielen“, beschreibt Füchse-Manager Bob Hanning den 21 Jahre alten Linkshänder, der im Alter von 14 Jahren aus Regensburg ins Internat des Bundesligisten nach Berlin-Hohenschönhausen kam. „Nils übernimmt Verantwortung. Er leitet das Spiel gut“, erläutert Hanning.
Nachdem Nils Lichtlein im vergangenen November zu seinem Länderspieldebüt kam, gehört er jetzt zum Kader der deutschen Handball-Nationalmannschaft, die an diesem Mittwoch vor mehr als 50.000 Zuschauern in der Düsseldorfer Fußball-Arena gegen das Team aus der Schweiz in die Europameisterschaft startet. Die Heim-EM wird sein erstes großes Turnier bei den Männern.
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Nils Lichtleins Onkel ist Handball-Weltmeister und Europameister
Lichtlein gilt als das kleine Genie im A-Team des Deutschen Handball-Bundes (DHB). Bei den Füchsen setzt Sportvorstand Stefan Kretzschmar auf ihn: „Nils ist einer für die Zukunft des Klubs.“ Lichtlein soll das Gesicht der Füchse werden, sein Vertrag in Berlin läuft bis 2026.
Der Name Lichtlein hatte in der Handball-Szene schon vorher Klang: Nils Lichtleins Onkel Carsten, 2,02 Meter groß und Torhüter, ist nicht nur Bundesliga-Rekordspieler, sondern wurde mit Deutschland 2007 Welt- sowie 2016 Europameister. Vorigen Sommer war Carsten Lichtlein als Torwart-Trainer dabei, als sein Neffe Nils mit der deutschen U21-Auswahl Handball-Weltmeister und zum besten Spieler gewählt wurde. Der wiederum erzählte, er habe angefangen, im Wohnzimmer Bälle herumzuwerfen, als er seinen Onkel bei der WM 2007 im TV gesehen habe.
Die U21-WM hat den Rückraum-Mitte-Spieler reifen lassen. Sein Selbstvertrauen wuchs, sein Mut auch, er nahm sich mehr Verantwortung und bekam mehr Einsatzzeit. Hanning sagte zu Beginn der Saison: „Ich bin ein großer Fan von ihm. Nach den Weltstars Mathias Gidsel und Hans Lindberg ist das meistverkaufte Trikot bei den Füchsen gerade die Nummer 17 von Nils Lichtlein.“
Gidsel und Lindberg treten bei der EM mit Turnierfavorit Dänemark an, Lichtlein ist im deutschen Team der einzige Fuchs aus Berlin. Paul Drux und Fabian Wiede fallen wegen Verletzungen aus. Hanning hatte schon im Oktober gefordert: „Nils Lichtlein gehört in die Nationalmannschaft.“ Jetzt ist er dort, die EM beginnt und Lichtlein weiß: „Ich muss mich erst mal etablieren.“
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