Mann erstach seine Frau und deren Freund - dann erhängte er sich

Eifersuchtsdrama mit drei Toten

Eva Dorothée Schmid Jürgen Schwenkenbecher
3 Min

LUDWIGSFELDE. Kurz vor 19 Uhr am Donnerstagabend hörte Josef Jogoschitz, Besitzer einer Tierpension in der Ludwigsfelder Oderstraße, Schreie. Außerdem bellten seine Hunde ununterbrochen. Als er aus seinem Haus auf die Straße trat um nachzuschauen, sah er seinen 43-jährigen Nachbarn Lutz S. und dessen neue Freundin Cornelia L. (52) blutüberströmt vor der Einfahrt liegen. Jogoschitz rief die Polizei. Doch als die am Tatort eintraf, war der Mann bereits tot, obwohl Ärzte aus der Nachbarschaft versucht hatten, erste Hilfe zu leisten. Die schwer verletzte Frau starb auf dem Weg ins Krankenhaus.Michael, der Mann von Cornelia L., soll die beiden mit einem Messer erstochen haben. "Wir haben keine Zweifel an einer Beziehungstat", sagte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Benedikt Welfens. Der 54-jährige L. wurde später auf dem Grundstück seines Hauses im Kleinmachnower Seemannsheimweg gefunden. Er hatte sich an einem Baum erhängt.Nichts deute darauf hin, dass eine vierte Person an der Tat beteiligt war, so Welfens. Einen Abschiedsbrief hat die Polizei bisher nicht gefunden. Eine Obduktion der Leichen soll klären, ob bei der Tat Alkohol oder Drogen im Spiel waren. Das Ergebnis erwartet der Staatsanwalt Anfang nächster Woche. Am Freitag durchsuchten Polizisten den an den Tatort angrenzenden Wald nach der Tatwaffe.Die Nachbarn von Lutz S. sind fassungslos. Vor der Tierpension sieht man noch die Blutspuren, viele Leute kommen vorbei, um mit Josef Jogoschitz zu reden. Manche kannten Lutz S. schon von Kindesbeinen an, er war in Ludwigsfelde aufgewachsen und betrieb dort in der Nähe seines Hauses eine kleine, nicht gutgehende Schlosserei, für die er bereits im Januar 2004 Insolvenz angemeldet hatte. Am Freitag hing dort ein Zettel "Wegen Todesfall vorübergehend geschlossen".Lutz S. lebte von seiner Frau getrennt, bei ihm wohnte ihre 18-jährige Tochter. Eine 14-jährige Tochter lebte bei ihrer Mutter. "Er war im Leichtathletik-Verein engagiert, hat Triathlon gemacht", erzählt der Nachbar, der gegenüber von Lutz S. wohnt. "Eigentlich war er so kräftig, dass er sich hätte wehren können. Er muss ganz unvermittelt angegriffen worden sein." In Leber und Herz sei S. getroffen worden, das sei wohl ein ganz gezielter Angriff gewesen. "Solch ein Messer, wie es Michael L. bei sich trug, hat man nicht zufällig bei sich", sagte auch Staatsanwalt Welfens.Wahrscheinlich wusste der Ehegatte nichts von der neuen Beziehung seiner Frau, die sich Mitte Oktober von ihm getrennt hatte aber nicht bei ihrem Freund wohnte. Vielleicht wollte er sie zur Rückkehr bewegen - notfalls mit Gewalt. Dann sah er sie mit dem neuen, deutlich jüngeren Freund. Die Situation eskalierte offenbar, als sich das neue Paar und der verlassene Mann in der nur schwach beleuchteten Straße gegenüberstanden.Von Michael L. ist nur bekannt, dass er wenig mit seinen Nachbarn zu tun hatte. Rund um sein Einfamilienhaus mit großem Garten in Kleinmachnow wurden neue Reihenhäuser errichtet, L. soll immer gegen die neue Bebauung gewesen sein. Er lebte abgeschottet hinter einer meterhohen Hecke. Nachbarn erzählten, er hätte sich immer über die spielenden Kinder beklagt, die ihm mit ihren Bobbycars zu laut gewesen seien. Seine eigene Tochter und sein Sohn seien schon erwachsen.------------------------------Karte: In Ludwigsfelde tötete Michael L. das Paar, in Kleinmachnow sich selbst.------------------------------Foto: Polizisten durchsuchten am Freitag den Wald in der Nähe des Tatorts in Ludwigsfelde nach Spuren des Täters.

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