Zukunft der S-Bahn

Werden die Züge privatisiert oder kommunalisiert?

Mit der Markterkundung will der Berliner Senat das beste Konzept ermitteln.

Peter Neumann
2 Min
Einfahrende S-Bahn in Berlin.

Einfahrende S-Bahn in Berlin.

© imago

Es wird noch einige spannende Diskussionen geben, sagt Regine Günther. Doch jetzt legen die Verkehrssenatorin und ihre Verwaltung erst einmal los – trotz Kritik aus der Koalition. Am Mittwoch gab die parteilose, von den Grünen nominierte Politikerin bekannt, dass die Markterkundung zur Zukunft der S-Bahn in Kürze startet.

Es geht um die Zukunft der S-Bahn. Züge müssen her. Geplant ist, von 2026 bis 2033 zwischen 570 und 665 Zwei-Wagen-Einheiten zu beschaffen, die für die Nord-Süd-Linien und die Stadtbahn in der Innenstadt benötigt werden. Doch wie dieses Ziel erreicht werden soll, muss erst ausgelotet werden. Mit der Markterkundung will der Senat bis Sommer ermitteln, welches Konzept das Beste wäre – und wie viel Geld es kosten würde. Gesucht werden interessierte Unternehmen.

Nicht weitermachen wie bisher 

So wie bei der Ausschreibung des Verkehrs auf dem Ring will es der Senat nicht mehr machen. Günther: „Dort hatten wir am Ende nur einen Anbieter“ – die S-Bahn Berlin GmbH, Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. Die Anforderung, dass der künftige Zugbetreiber für viel Geld die Züge kaufen und mitbringen muss, schreckte andere ab. 

„Wir haben die Chance, ein neues Modell umzusetzen“, so Günther. Der Betrieb der S-Bahnen soll getrennt von deren Beschaffung und Instandhaltung ausgeschrieben werden. Zu den Modellen gehört wie berichtet das Konzept, dass ein Dienstleister die Züge beschafft und über 30 Jahre hinweg instand hält.

„Wir kaufen die S-Bahn“

Entweder gehören sie ihm oder den Ländern. Denkbar wäre es auch, dass die Länder Minderheitsanteile, später 100 Prozent der Fahrzeugdienstleistungsgesellschaft erwerben – mit einer Variante, dass sie außerdem Eigentümer der Züge werden.

Eine Kommunalisierung der S-Bahn steht ebenfalls zur Debatte: Dann gehören den Ländern die Züge nicht nur, sie gründen zudem ein Verkehrsunternehmen, das mit dem Betrieb beauftragt wird. Möglich wäre auch: „Wir kaufen die S-Bahn“, sagte die Senatorin. Die Auswahl ist groß, sagte sie. „Wir gehen da offen heran.“   

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