Ceuta-Krise

Spanien weist marokkanische Ansprüche auf Ceuta und Melilla zurück

Nach erneuerten Gebietsansprüchen aus Rabat stellt Madrid klar: Die Zugehörigkeit der beiden nordafrikanischen Exklaven steht nicht zur Debatte.

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Spaniens Verteidigungsministerin Margarita Robles weist die marokkanischen Ansprüche auf Ceuta und Melilla zurück.

Spaniens Verteidigungsministerin Margarita Robles weist die marokkanischen Ansprüche auf Ceuta und Melilla zurück.

© Soeren Stache

Die spanische Regierung hat marokkanische Ansprüche auf die nordafrikanischen Exklaven Ceuta und Melilla erneut zurückgewiesen. Verteidigungsministerin Margarita Robles sagte am Mittwoch bei einem Besuch in Ceuta vor Journalisten, die beiden Städte seien nicht nur spanisch, sondern „super-spanisch“ und dürften nicht angetastet werden. Jeder Angriff auf Ceuta und Melilla sei ein Angriff auf ganz Spanien, so Robles laut dem Radiosender Cadena SER.

Auslöser waren Äußerungen des marokkanischen Justizministers Abdellatif Ouahbi, der am Dienstag in einem Interview mit dem Sender Asharq TV die Gebietsansprüche Rabats bekräftigt hatte. Ouahbi erklärte laut der Nachrichtenagentur Reuters, sein Land bringe die Frage des Status der beiden Städte in Verhandlungen mit Spanien stets zur Sprache. Ziel sei eine langfristige Lösung im Dialog.

Madrid: Territoriale Integrität nicht verhandelbar

Das spanische Außenministerium erklärte in einer gesonderten Mitteilung, die territoriale Integrität Spaniens sei und werde mit niemandem verhandelt. Marokko betrachtet Ceuta und Melilla seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 1956 als von Spanien besetzte Gebiete. Madrid sieht die Städte als integralen Bestandteil seines Staatsgebiets seit dem 17. beziehungsweise 15. Jahrhundert.

Marokko ist ein Königreich im Nordwesten Afrikas mit Küsten am Atlantik und am Mittelmeer und rund 38 Millionen Einwohnern. Nach der weitgehenden Kolonialherrschaft Frankreichs und in Teilen Spaniens ab 1912 wurde das Land 1956 unabhängig. Seit Mitte der 1970er Jahre besetzt es den größten Teil der Westsahara, die die Vereinten Nationen weiterhin als nicht selbstverwaltetes Territorium mit ungeklärtem Status führen.

Marokko ist eine konstitutionelle Monarchie, in der König Mohammed VI. weitreichende politische Befugnisse besitzt. Regierungschef ist seit 2021 Aziz Akhannouch.

Marokko warnt vor neuem Grenzansturm

Robles verwies auch auf die jüngste Grenzkrise vom 30. Juli, bei der nach spanischen Angaben rund 72.000 Migranten kurzzeitig nach Ceuta gelangten. Mindestens 96 Menschen kamen dabei ums Leben. „Was am 30. passiert ist, darf sich nicht wiederholen“, sagte die Ministerin. Sie verurteilte die Schleuserbanden, die Menschen zum Grenzübertritt drängten. Die spanischen Streitkräfte blieben zur Unterstützung der Stadt im Einsatz.

Die jüngste Migrationskrise in Ceuta wurde von Aufrufen in sozialen Medien begleitet.

Die jüngste Migrationskrise in Ceuta wurde von Aufrufen in sozialen Medien begleitet.

© Iván Zambrano/dpa

Das marokkanische Innenministerium teilte am Mittwoch mit, die Sicherheitsvorkehrungen an den Grenzen zu Ceuta und Melilla seien wegen Aufrufen im Internet zu einem weiteren massenhaften Grenzübertritt am 15. August verstärkt worden. Organisatoren und Teilnehmer würden strafrechtlich verfolgt.

Als Teil Spaniens gehören die Exklaven Ceuta und Melilla zur Europäischen Union, innerhalb des Schengen-Systems gelten für sie Sonderregeln. An den Übergängen zum spanischen Festland finden deshalb Personenkontrollen statt. Die Landgrenzen zu Marokko bilden zugleich die einzigen Landaußengrenzen der EU auf dem afrikanischen Kontinent.

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