Im Haus der vornehmen Orsini zappelt Martin wie ein Fisch auf dem Trocknen. Der junge Matrose wirkt ungeschlacht. Seine rauen Manieren verletzen die bürgerlichen Tischsitten. Aber er ist bereit, die Werkzeuge des Denkens in die Hand zu nehmen. Das Brot, sagt er, als er es in die Pastasoße tunkt, ist die Bildung, mit der sich die Armut aufsaugen lässt. Seine Gastgeber sind befremdet von dieser Geste. Sie mutet an wie eine unschickliche Eucharistie.
Kino
„Martin Eden“: Was für eine prächtige kulturelle Aneignung!
Neapel statt San Francisco: Pietro Marcello adaptiert Jack Londons Bildungsroman mit unbändiger Freiheit.
Gerhard Midding
4 Min
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Luca Marinelli und Jessica Cressy in dem Film „Martin Eden“.
© Martin Eden