US-Gesundheitsbehörden haben vor einer möglichen Maserninfektion während eines Konzerts des Popstars Shakira in der vergangenen Woche gewarnt. Am Dienstag gab das Gesundheitsministerium von New Jersey bekannt, dass sich ein Besucher während des Konzerts in East Rutherford am Donnerstag zuvor mit der Krankheit infiziert hatte.
Besucher des Konzerts, die nun bis zum 6. Juni Symptome der Krankheit feststellen, sollten sich telefonisch bei den Behörden melden und nicht direkt zum Arzt kommen, hieß es in der Mitteilung weiter.
Insgesamt wurden in den USA seit Januar mindestens 1012 Masern-Fälle verzeichnet, wie die Gesundheitsbehörden von 30 der 50 Bundesstaaten auf Anfrage mitteilten. Mehr als 70 Prozent davon traten in Texas im Südwesten des Landes auf. Drei Menschen starben, darunter zwei Kinder. Experten führen den Anstieg auf eine wachsende Impfskepsis in Teilen der Bevölkerung zurück.
Schlimmste Masern-Epidemie in den USA „seit vermutlich 30 Jahren“
„Die Lage ist außer Kontrolle“, sagte der US-Mediziner und Impfstoffentwickler Paul Offit. Für ihn handelt es sich um die schlimmste Masern-Epidemie in den USA „seit vermutlich 30 Jahren“. Offit geht von einer hohen Dunkelziffer und womöglich 3000 Fällen aus.
In diesem Zusammenhang ist US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. in die Kritik geraten. Ärzte werfen ihm vor, die Gefahr durch die Masern lange heruntergespielt und früher Falschbehauptungen über Impfungen verbreitet zu haben. Nach Hunderten Masern-Fällen sprach sich Kennedy jedoch für eine Impfung aus.
Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, sie können tödlich verlaufen oder bleibende Schäden verursachen. Durch Impfungen galten die Masern in den Vereinigten Staaten und anderen Teilen der Welt lange als nahezu ausgerottet.
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