Masterplan von Hans Kollhoff überarbeitet

Nur neun neue Hochhäuser für den Alexanderplatz

Der mehr als 20 Jahre alte Masterplan von Hans Kollhoff wurde überarbeitet. Nun liegt das Ergebnis vor. Statt zehn sollen nun neun Hochhäuser entstehen. Aber das ist längst nicht die einzige Änderung.

Ulrich paul
3 Min
Zehn statt neun Hochhäuser sollen entstehen.

Zehn statt neun Hochhäuser sollen entstehen.

© imago/Westend61 Lizenz

Die Änderungen sind auf den ersten Blick marginal. „Aus zehn Hochhäusern werden neun“, sagte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher am Dienstag bei der Vorstellung des überarbeiteten Masterplans für den Alexanderplatz. Hinter dem neuen Konzept für den Alex stecken aber bei genauerem Hinsehen sehr viel mehr neue Ideen.

Seit Anfang Juli hatten Grundstückseigentümer, Bürger und Mitarbeiter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Workshops beraten, wie der aus dem Jahr 1993 stammende Plan des Architekten Hans Kollhoff weiter entwickelt werden kann. Anlass: Die alte Planung, nach der zehn 150 Meter hohe Turmhäuser am Alex entstehen sollten, setzte stark auf den Abriss vorhandener Bauten.

Weil viele der Häuser aus der DDR-Zeit jedoch inzwischen saniert wurden, blieb das Konzept nur eine Vision. Kein Eigentümer wollte sein modernisiertes Haus abreißen, um einen Wolkenkratzer zu errichten. Die Überarbeitung des Masterplans sollte deswegen stärker die bestehenden Gebäude einbeziehen. Der Alex sollte jedoch ein Hochhaus-Standort bleiben.´

Das nun vorgelegte Ergebnis ist deswegen wenig überraschend. Lediglich eines der ursprünglich zehn geplanten Hochhäuser soll aufgegeben werden: das geplante Hochhaus am Standort des Berliner Verlages. Grund: Das Verlagshaus mit seiner markanten Werberotunde sowie das ehemalige Pressecafé stehen seit Mitte des Jahres unter Denkmalschutz – ebenso wie das ehemalige Haus des Reisens.

Hotel Park Inn soll wachsen

Die alte Kollhoff-Planung, die auf einen Abriss der Häuser setzte, wurde damit Makulatur. Das am Standort des früheren Haus des Reisens geplante Hochhaus soll jedoch trotz des Denkmalschutzes realisiert werden – allerdings hinter dem ehemaligen Haus des Reisens. Erhalten bleiben soll auch der 128 Meter hohe Turm des Hotels Park Inn. Er soll jedoch bei Bedarf einen Anbau in gleicher Höhe bekommen. Auf dem Alex sollen dem Plan zufolge fünf Türme errichtet werden. Einer davon neben dem Kaufhof. Dieser Turm rückt bis an die Karl-Liebknecht-Straße heran.

Statt des jetzigen breiten Bürgersteigs verbleibt dort für die Fußgänger künftig nur ein Weg unter Arkaden. Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung wird der Kaufhof-Turm längs zur Straße gedreht. Dadurch soll der Kaufhaus-Betrieb beim Bau weniger stark beeinträchtigt werden.

Der Abrissbirne sollen das jetzige Hofbräu sowie das ehemalige Haus der Elektroindustrie zum Opfer fallen. Dort sind an der Alexanderstraße zwei Türme geplant. Auch die Flachbauten am Fuß des Hotels Park Inn sollen abgerissen werden. Erhalten bleibt dafür das in den 80er-Jahren errichtete Wohnhaus an der Memhardstraße/Ecke Karl-Liebknecht-Straße, in dem es 126 Wohnungen zu Quadratmetermieten von teilweise 3,81 Euro gibt. In der jetzigen Zeit könnten keine preiswerten Wohnungen abgerissen werden, sagte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Klar sei aber, dass an einer Umgestaltung der Ecke gearbeitet werden müsse.

Die Fläche des Alex rund um Brunnen und Weltzeituhr soll „steinern“ bleiben, sagte Lüscher. Neu ist die Idee, abseits von der großen Fläche kleinere Orte zum Ausruhen anzulegen – „Satellitenplätze“ sagen die Planer dazu. Solche Plätze sollen zum Beispiel vor dem ehemaligen Haus des Reisens oder vor dem Alexa entstehen. Im Doppelhaushalt 2017/18 sollen Mittel dafür bereitgestellt werden. Der überarbeitete Masterplan soll jetzt zur Abstimmung in den Senat und dann ins Abgeordnetenhaus gehen. Stimmen sie zu, wird der Plan Basis künftiger Gestaltung. Ob die Hochhäuser gebaut werden, entscheidet jedoch der Markt.

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