Wirtschaft

Übernahme: Media Markt und Saturn vor Verkauf an Chinas JD.com

JD.com will Media Markt- und Saturn-Mutter Ceconomy übernehmen. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen den Milliarden-Deal.

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Media Markt und Saturn haben in Deutschland gut 400 Märkte.

Media Markt und Saturn haben in Deutschland gut 400 Märkte.

© Arnulf Hettrich/imago

Die chinesische Handelsplattform JD.com will die Düsseldorfer Ceconomy AG übernehmen – die Muttergesellschaft der Elektronikhändler Media Markt und Saturn. Das gaben Ceconomy und JD.com am späten Mittwochabend bekannt. Mit dem Deal würde JD.com Zugriff auf einen der größten Elektronikhändler Europas sowie auf rund 1000 Filialen in mehreren Ländern erhalten.

JD.com – auch unter dem Namen Jingdong bekannt – ist in China nach Alibaba und der Temu-Mutter Pinduoduo der drittgrößte Onlinehändler. Nun strebt das Unternehmen eine Expansion nach Europa an. Laut Mitteilung soll Ceconomy dabei operativ unabhängig bleiben. JD will nach eigenen Angaben die technologische Transformation der Gruppe unterstützen – etwa mit Know-how in den Bereichen E-Commerce und Logistik.

Angebot von 4,60 Euro pro Aktie – Deal im Volumen von vier Milliarden Euro

JD bietet den Ceconomy-Aktionären im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots 4,60 Euro in bar je Stammaktie. Das entspricht einem Unternehmenswert von rund vier Milliarden Euro. Der Angebotspreis liegt laut Angaben 23 Prozent über dem Kursniveau vor Bekanntwerden der Pläne. Am Mittwochabend notierte die Aktie bereits bei 4,36 Euro.

Größter Einzelaktionär ist die Gründerfamilie Kellerhals mit knapp 30 Prozent der Anteile. Sie will laut Mitteilung 3,81 Prozent ihrer Aktien verkaufen, den Großteil aber behalten und mit gut 25 Prozent investiert bleiben. Weitere Großaktionäre – darunter Haniel, Beisheim, BC Equities und Freenet – wollen hingegen vollständig aussteigen und ihre Anteile abgeben. JD sichert sich damit bereits rund 32 Prozent der Anteile.

Unterstützung durch Vorstand und Aufsichtsrat

Ceconomy erwirtschaftete zuletzt mit rund 50.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 22,4 Milliarden Euro – davon mehr als fünf Milliarden Euro über die Onlineshops. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen den Einstieg von JD.com. Die Partnerschaft solle die Wachstumsstrategie beschleunigen, finanzielle Spielräume erweitern und Zugang zu globaler Technologie- und Logistikkompetenz eröffnen, hieß es.

Eine Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvereinbarung strebt JD nicht an. Der Konzern betreibt bereits Logistikzentren in mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich und Spanien – bislang vor allem im Auftrag Dritter.

Wachstum in Europa im Blick

Bereits 2023 hatte es Übernahmegerüchte um JD und Ceconomy gegeben, zuletzt wurden die Pläne konkreter. 2024 war JD außerdem an einer Übernahme des britischen Elektronikhändlers Currys interessiert, zog das Angebot jedoch zurück.

JD-CEO Sandy Xu erklärte, die Partnerschaft werde „Europas führende Plattform der nächsten Generation für Unterhaltungselektronik“ schaffen. Ceconomy-Chef Kai-Ulrich Deissner betonte, mit Blick auf den Wandel im Handel sei JD „der richtige Partner“. (mit Reuters und AFP)

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